Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 8 (August 1903)
- Article
- Berlin
- Date
- 1903-08-01
- Page
- 490 (sequence 7)
- Language
- German
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480 Fm Deutschen Reich. Emen Turntag gedenken die jüdischen Turnvereine in der Zeit vom 21.—24. August in Basel abzuhalten. Einbernfer des Turntages ist der hiesige, über 500 aktive Mitglieder starke jüdische Turnverein „Bar Kochba". Voraussichtlich wird der Turntag von einer größeren Anzahl von Vereinen, inslusondere Deutschlands und Oesterreichs beschickt werden und zu der angestrebten Vereinigung der vertretenen Turnvereine in eine „Jüdische Turnerschaft" führen. Die letztere soll namentlich mit mehr Kraft, als den .örtlich beschränkten Einzelvereinen möglich war, für die Verbreitung des Turnens unter den Juden Propaganda machen, daneben auch einen Stützpunkt für die angeschlossenen Vereine bieten. Es geht uns folgendes Schreiben zu: „Durch Zufall kam mir die Nr. 12 Ihrer Zeitschrift „Im deutschen Reiche zu Händen, in welcher meine Firma als der antisemitischen Partei angehörend verzeichnet ist, weil ich mich seinerzeit dazu verleiten ließ, meine Firma in den „Wegweiser durch Berlins christlich-deutsche Geschäfte" aufnehmen zu lassen. Erlaube mir, Ihnen darauf mitzuteilen, daß ich mich niemals um antisemitische Bestrebungen gekümmert habe, noch irgendwelcher antisemitischen Partei angehöre oder je angehört habe. Da ich mit der antisemitischen Agitation in keiner Weise in Verbindung stehe, hoffe ich, daß Sie dieses Schreiben in Ihrer Zeitschrift mit aufnehmen und gleichzeitig meine Firma als antisemitisch gesinnt streichen. Hochachtungsvoll zeichnet gez.: Albert Scharnbeck, Optiker SW. Kochftr. 15." & Potsdam, 10. August. Bei dem hier abgehaltenen Fleischerverbandstage veranlaßte der von dem Obermeister Nietzschmann- Leipzig begründete Antrag des Bezirksvereins Königreich Sachsen, „der Verband möge eine reichsgesetzliche Verordnung über Betäubung vor jeder Tötung des Schlachtviehes anregen", eine Aufrollung der Schächtfrage. Pfeiffer-Frankfurt a. Main, Weißmaun-Metz und Weidemann- Wiesbaden sprachen sich aber energisch gegen Schächtverbote aus, und Richter-Dresden schlug vor, btec sächsische Regierung zu ersuchen, das Schächtverbot für das Königreich Sachsen wieder aufzuhebeu. Schließlich wurde der Niehschmannsche Antrag abgelehnt. Wie ein Autisemitenblatt berichtet, ist für die königliche Armeekonservenfabrit in Haselhorst bei Spandau die Lieferung von 2500 Schlachtochsen