Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-05-01
- Page
- 364 (sequence 5)
- Language
- German
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364 Im deutschen Reich. nicht beizutreten, sondern sich abwartend zu verhalten, bis über die durch die Heranziehung des Herrn Döring vom deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband zweifelhaft gewordene Stellung des Bundes zum Antisemitismus volle Klarheit gewonnen sei. Hierauf erfolgte in üblicher Weise der Schluß der Versammlung. A. L. Heber die am 3. Mai d. Js. in Köln veranstaltete Central- Vereins-Versammlung wird von dort berichtet: „Das erste öffentliche Auftreten des Central-Dereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in unserer Stadt hat ihm einen großen Erfolg gebracht. Trotz des wunderbaren Frühlingswetters, das am ehesten zum Aufenthalt im Freien lockte, hatten sich ca. 400 Herren im großen Saale der Rheinlandloge eingesunden. Der Vorsitzende des provisorischen Lokalkomitees, Herr Hermann Jonas, eröffnete die Versammlung und erteilte sofort Herrn Rechtsanwalt Hugo Sonnenfeld-Berlin das Wort zu seinem Referat. Herr Sonnenfeld, ein brillanter Redner, entledigte sich seiner Aufgabe in vortrefflicher Weise; er sprach über Inhalt und Wert der jüdischen Ethik und trat unter Berufung auf eine Reihe wissenschaftlicher Autoritäten so z. B. auf Harnack, Lotze, v. Görres und Bousset den unwissenschaftlichen und unberechtigten Anfeindungen Paulsens entgegen. Sodann wies der Vortragende aus der Geschichte und der Statistik nach, daß die Juden diese Ethik auch betätigen; er leitete endlich aus der Vollwertigkeit unserer Religion und der entsprechenden Lebensführung den Anspruch aus staatsbürgerliche Gleichberechtigung her und zeichnete kurz die Aufgaben, die wir zu lösen haben. Herr Dr. Pariser beleuchtete mit trefflichem Humor die Schwächen unserer Gegner; er berichtete über eine Reihe von Erfolgen unseres Vereins und mahnte zum Anschluß an denselben. Eine jedenfalls mißverstandene Bemerkung des Herrn Dr. Pariser über die Stellung des Central - Vereins zum Zionismus rief die Herren D. Wolfsohn und Dr. Bodenheimer auf den Plan, um ihren Standpunkt gegenüber den erwähnten Ausführungen des Herrn Dr. Pariser mit Nachdruck zu vertreten. Auch Herr Dr. med. Auerbach nahm noch das Wort, um die Ausführungen des Herrn Rechtsanwalt Sonnenfeld dahin zu ergänzen, daß noch mehr als bisher für die Heranwachsende Jugend gesorgt werden müsse, damit dieselbe vor dem religiösen Abfall geschützt werde. Mit scharfen Worten geißelte der Redner diejenigen Elemente unter , uns, die um äußerer Vorteile willen unsere Fahne verlassen. In einem schönen Schlußwort nahm Herr Rechtsanwalt