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Im deutschen Reich · 1903-05-01 · Heft 5 (Mai 1903) · p. 338

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 5 (Mai 1903)
Article
Warum und wo kolonisiert werden muß
Date
1903-05-01
Page
338 (sequence 4)
Language
German
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Im deutschen Reich. Tatsache geben die Ermittelungen über die Häufigkeit der Nerven- und Geisteskrankheiten bei den Juden. Sie sind fast viermal so zahlreich, als bei den Christen. Nicht besser sieht es mit den Gebrechen der Blindheit und Taubheit aus. Bedauerlicher aber als diese Tatsache an sich ist das geringe Verständnis der maßgebenden Kreise für die Gefahren, die aus den oben geschilderten Ursachen sich ergeben. Wenn die Augen der Wächter Israels für diese Dinge offen wären, man wäre erschreckt und bestürzt über diese krankhafte Entwickelung. Es ist für uns nicht leicht, von anderen Belehrung entgegenzunehmen. Der Tadel gegen uns ist oft ungerecht und von bissiger Tendenz. Das macht die fremde Kritik oft verdächtig. Aber wenn Professor Schmoller jüngst in einer Charakteristik der jüdischen Rasse die maßlose Ueberschätzung der Geisteskultur als ein Kennzeichen des Judentums hinstellte, werden Einsichtige ihm ihre Zustimmung nicht versagen können. — Ein interessanter Belag dafür waren die begeisterten Rückblicke aus das verflossene Saeculum beim Jahrhundertwechsel. Auch die orthodoxesten Organe feierten in übertreibenden Hymnen den glorreichen Augenblick, da die westeuropäische, insbesondere die deutsche Judenheit in die umgebende Geisteskultur eintrat, ohne der Schläge und Wunden zu gedenken, die diese Kultur dem Judentum beigebracht hat. Bei diesem Werk der Lobpreisung sah man die Vertreter der äußersten Linken mit den Verfechtern der Ultraorthodoxie in brüderlicher Eintracht Arm in Arm und kein Wölkchen trübte die schöne Harmonie. Man gelobte nur, die Scbätze der Kultur zu mehren und die armen osteuropäischen Juden so schnell als möglich damit zu beglücken. Mit zu den vielgepriesenen „Segnungen" dieser Kultur gehört das begonnene Absterben des unverwüstlich gewesenen jüdischen Stammes. Konnten alle Mächte blutiger Barbarei den gesunden Boden nicht verheeren, der immer neue Schößlinge trieb und trotz aller Vernichtungsmaßregeln einen Jungborn bildete, der die Zukunft sicher stellte, so erleben wir, daß diese hochgetriebene Kultur das Judentum so sterilisiert hat, daß der Volksanteil an der Gesamtheit von Jahr zu Jahr in bedrohlicher Weise sinkt. Von lVi °/0 ist die jüdische Bevölkerung Deutschlands aus bald 1 % gefallen. Diese wenigen Daten müssen für die nicht völlig eingefleischten Optimisten Befürchtungen für den Bestand der Raffe erwecken und können nicht als Motiv zum Anstimmen von Jubelhymnen angesehen werden. Solche Tatsachen sollten unsere Aufmerksamkeit weit mehr als bisher

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