Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1903)
- Article
- Warum und wo kolonisiert werden muß
- Date
- 1903-05-01
- Page
- 337 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2316602-2316701-2316707-2331467--11037-2331555- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Warum und wo kolonisiert werden muß. 337 schafsenheit ohne Frage höher zu bewerten, als der städtische. Unter der Einwirkung der freien Himmelsluft und der muskel- und nervenstärkenden Bauernarbeit entwickelt sich eine viel kernigere Konstitution, als in der Enge und Dumpfheit heutiger Stadtkolosfe. Der Mauergürtel, der sich um die Bevölkerung legt, preßt ihre Organe zu stark und läßt sie zu leicht verkümmern. Intensives und extensives Wachstum leiden darunter. Wenn die anderen Volksteile ohne schwere Gefährdung ihrer Volkskraft den Aufenthalt in den Großstädten ertragen, so ist zu erwägen, daß die Großstadtbevölkerung nur einen geringen Prozentsatz zur Gesamtbevölkerung ausmacht. Welch gewaltiger Unterschied inbezug auf körperkräftigende Einwirkung Zwischen Stadt und Land obwaltet, lehrt anschaulich der Armeebericht von 189!). Auf 1000 Einwohner auf dem Lande kamen 9,8 waffenfähige Männer, in der Stadt dagegen nur 3,8. Welch ein Abstand in der Leibesqualität! Das Blut der Städter wird durch den Zuzug aus dem flachen Lande verbessert. Dieser bäuerliche Einschlag verhindert die sonst unvermeidliche Degeneration der immer mehr anschwellenden Stadtbevölkerung. Für die Juden muß sich die körperliche Leistungsfähigkeit noch um ein Erhebliches geringer als bei den anderen stellen. Denn sie bilden die Truppe der Nervenarbeiter und stellen nur einen verschwindenden Bruchteil zur Menge der Industriearbeiter. In dem Mangel intensiver Muskeltätigkeit liegt ein weiteres Moment für das Sinken körperlicher Derbheit und Kernigkeit. Kann für die sonstige Bevölkerung eine Blutaufbesserung durch ' Nachschübe vom flachen Lande erfolgen, so kann dem jüdischen Element' eine gleiche Wohltat nicht zuteil werden. Wir verfügen über keine Landreserven. Die ländlichen Kleinstädte werden mehr und mehr des jüdischen Bestandteils entblößt, und bald umschließt der eherne Ring der Großstadtmauern die ganze Judenheit, namentlich die westeuropäische. Hier verrichten die Juden fast nur Gehirnarbeit und sind den Einflüssen gesteigerten Nervenlebens und feinen bösartigen Folgen im höchsten Maße unterworfen. Es ist nicht weiter zu verwundern, wenn der verschwenderische Nervenverbrauch Schädigungen in der Nolkskraft zeitigt, die man mit dem Namen Degeneration belegt. Der weiterschreitenden Entartung leisten im Verein mit der einseitigen Gehirnarbeit auch die verderblichen städtischen Lebensformen nicht geringen Vorschub, Lebensformen, die umsomehr an dem schwachen Leibe des Judentums zehren, als er durch die. 2000 Jahre eingefogene Ghettoluft ohnehin an Widerstandskraft viel eingebüßt hat. ' Die unwiderleglichen Beweise für die von Optimisten noch angezweifelte