Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 4 (April 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-04-01
- Page
- 283 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau. 283 internationale Judentum, welches die völkerverhetzende Revolution schütze. Die „Staatsbürger-Ztg." schrieb daraus: „Auch wir haben unseren Luzzati —, der das Judentum veranlaßte, die Partei des Götz im Parlament zu führen, ebenso wie im deutschen Parlament die Gradnauer und Genossen die deutsche Regierung auf den rumänischen Staat zu Hetzen suchten mit der längst als falsch nachgewiesenen Behauptung, daß es den rumänischen Juden schlecht gehe und die rumänische Regierung den Berliner Vertrag verletze." Eine solche Beschönigung durch die deutsche Antisemitenpresse wird raum die öffentliche Meinung über die Lage der Juden in Rumänien täuschen, vielmehr wird sie die Anregung des Abg. Bernstein vollständig berechtigt finden, den Staat, der sein Bestehen nur der Hilfe Europas verdankt, zur Bezahlung des Preises anzuhalten, den die Traktatmächte damals, dafür im Berliner Vertrag festgesetzt haben: die menschliche Behandlung der jüdischen Bevölkerung Rumäniens. Daß auch der freisinnige Abg. Schräder im Deutschen Reichstage für eine Durchführung des Berliner Vertrages eintrat, gab der „Kreuz-Ztg." den Anlaß zu einer sehr bissigen Bemerkung über das freundnachbarliche Verhältnis zwischen den Sozialdemokraten und Freisinnigen. Die „Liberale Korrespondenz" entgegnete darauf: „Der Abg. Schräder ist in Deutschland und weit über seine Grenzen hinaus als ein Mann bekannt, der in hochherziger und selbstloser Weise humanitären Bestrebungen auf sozialem Gebiet seine Kräfte weiht. Das kann der „Kreuzztg." nicht unbekannt sein, und deshalb ist es umso schlimmer,, wenn sie den genannten Abgeordneten wegen seines Eintretens für jene rumänischen Untertanen verdächtigt, die, entgegen den Bedingungen des Berliner Vertrages, rechtlos gelassen und künstlich arbeitslos gemacht werden." Umsomehr ist es zu bedauern, daß die Anregung des Abg. Schräder den Reichskanzler Grasen Bülow, der in der Sitzung am 20. März anwesend war und die während der Rede Bernsteins mit dem alldeutschen Abg. Dr. Hasse geführte lebhafte Unterredung beendet hatte, nicht veranlaßt hat, zu der Sache Stellung zu nehmen. Ueber den Erfolg einer Audienz, welche die Vorstandsmitglieder des Hilfsvereins deutscher Juden, Di*. Paul Nathan und James Simon, bei dem Reichskanzler in Sachen der rumänischen Juden hatten, ist berichtet worden: „Wir haben alle Veranlassung, dem Herrn Reichskanzler für sein Entgegenkommen dankbar zu sein." Den darüber erregten Antisemiten war es ein Trost, daß Graf Bülow es sich versagte, ein ähnliches Entgegenkommen durch eine Aeußerung im Reichstage zu bekunden. Dadurch wurde es dem Abg.