Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-03-01
- Page
- 243 (sequence 5)
- Language
- German
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LereinsnachrichLen. 248 glänzendes Zeugnis abgelegt habe. — Lebhafter Beifall folgte diesen Mitteilungen. Nachdem Herr Louis Wiener zugleich im Namen des Herrn Alexander Lomnitz den Bericht der Revisoren über die Prüfung der Rechnung pro 1902 erstattet hatte, wurde dieselbe einstimmig genehmigt und Entlastung erteilt. Auf Antrag des Herrn Hermann Hirsch - Charlottenburg erfolgte die Wiederwahl der ausscheidenden Vorstandsmitglieder durch Zuruf. — Nach Eröffnung der freien Aussprache ergriff Herr Referendar Hellmut Friedemann das Wort, um sich gegen die gerichtliche Verfolgung der antisemischen Angriffe und speziell gegen die Benutzung des §166 des Strafgesetzbuches zum Schutze der jüdischen Religion zu erklären, dafür aber die Bekämpfung des Antisemitismus auf parlamentarischem Wege durch Eingaben an den Reichstag und und Förderung der Wahl jüdischer Abgeordneter zu empfehlen. Herr Dr. Hirsch Hildesheimer verteidigte dagegen mit großer Wärme das bisherige Verhalten des Central - Vereins als das einzig richtige und zu Erfolgen führende und empfahl der Jugend, sich aller Vorschläge zu enthalten, solange sie in dem schweren Kampfe nicht Erfahrungen gesammelt habe. Herr Justizrat Dr. Eugen Fuchs wies dann nach, daß es unbedingt notwendig gewesen sei, sich des gesetzlichen Schutzes gegen die antisemitischen Angriffe zu bedienen, um die heiligsten Güter des Judentums und der einzelnen Juden erfolgreich zu schützen, daß diese Notwehr auch ferner geboten sei und nicht durch parlamentarische Aktionen ersetzt werden könne, die grenzenloses Elend wahrlich nicht verhütet hätten und auch künftig nicht verhüten würden. Der Redner wies auch mit Entschiedenheit die Behauptung des Referendars Friedemann Zurück, daß die —. übrigens nicht vom Central-Verein veranlaßte — Interpellation Peltasohn sich als schädlich erwiesen habe. Herr cand. med. Elias Auerbach, der im Namen der zionistischen Jugend gegen eine offenbar von ihm mißverstandene Aeußerung des Herrn Dr. Hildesheimer protestieren zu müssen glaubte, brachte in die Debatte einen bewegteren Ton hinein, der durch persönliche Bemerkungen des Herrn Dr. Heinrich Löwe sich vorübergehend noch stürmischer gestaltete. Herr Dr. med. Sandler polemisierte vom Standpunkte des Anthropologen gegen einige in dem Vorträge des Herrn Justizrat Dr. Heinrich Meyer Cohn enthaltenen Ausführungen; auch Herr Dr. Waldenburg hielt Einzelheiten für berichtigungsbedürftig. Dagegen sprach sich Herr Referendar Dr. Kalisch entschieden gegen die Raffentheoretiker aus und vindizierte den in der Abwehr bewährten Vorkämpfern das Recht, den Kampf in der bisherigen Weise fortzusehen. Nachdem die Herren Dr. phll.