Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 3 (März 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-03-01
- Page
- 242 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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242 Im deutschen Reich. einsmitgliedern stehen aus Wunsch noch Exemplare dieser Schrift unentgeltlich zur Verfügung.) Die Leitsätze sind ebenfalls sehr beifällig ausgenommen worden; sie haben in lapidaren Worten das, was wir wollen, weiten Kreisen kundgegeben. Unsere „Aufrufe" bewähren ihre Werbekraft immer in erfreulicher Weise. Die Auflage des Vereinsorgans „Im deutschen Reich" hat sich im Lause von S Jahren vervierfacht. Der von Herrn Oberlehrer Di. Julius Schneider geleiteten Redaktions-Kommission ist ein wesentliches Verdienst um die Hebung dieser gerngelesenen Zeitschrift zuzuschreiben. Die Finanzen des Vereins sind trotz des raschen Anwachsens der Mitgliederzahl keine glänzenden, weil auch die Anforderungen entsprechend zugenommen haben; aber der Vermögensstand ist derselbe wie im Vorfahre. Um diesen Zweig der Vereinstätigkeit haben sich der Schatzmeister Herr Dr. I. Ginsberg, der Kontroleur, Herr S. Weile, und die Revisoren Herren Alexander Lomnitz und Louis Wiener in dankenswerter Weise bemüht. Die Rechtsschutz-Kommission hat unter Leitung des Herrn Rechtsanwalt vr. Lövinson auch im verflossenen Jahre ungemein fleißig gearbeitet und manche Erfolge erzielt, von denen Redner bei der vorgerückten Zeit nur eine kleine Auswahl zum Vortrag bringen zu können erklärte. Insbesondere interessierte der Fall des wegen Nichtbesuchs der Fortbildungsschule in Pr. Friedland am jüdischen Neujahrsfeste bestraften Lehrlings Joseph, dessen Sache durch alle Instanzen erfolglos geführt wurde. Da sich hier eine offenbare Lücke in dem Schutze der jüdischen Religion offenbarte, bemühte sich die Kommission, eine Regierungsverfügung zu veranlassen. Der Handelsminister erklärte die Beschwerde für gerechtfertigt und erließ eine entsprechende Anordnung. Im weiteren Verlause der Mitteilungen berührte der Redner, die Schächtfrage, die Staatsbürger- Zeitungs-Prozesse, die Verurteilungen des Ritualmord-Schriststellers Paul Koch und anderer Antisemiten, das Eingehen des „Judenspiegels", die Beseitigung der Reklame, zu der ein Brief des Dr. Leyds für die Verbreitung der antisemitischen Burenbilderbogen von den Herren Glöß und Bewer mißbraucht wurde, ferner die von dem Central- Verein unternommenen Schritte behufs Anregung einer minder judenfeindlichen Gestaltung des Verkehrs mit Rußland, die für die sächsischen Verhältnisse charakteristische Beurteilung der Arztstellen- Ausschreibungen für das Chemnitzer Stadtkrankenhaus durch alle Vorgesetzten Verwaltungsorgane u. a. tn. Schließlich bezeichnete der Vorsitzende als den größten Erfolg des Central-Vereins die Verinnerlichung des Judentums, die Hebung des Selbstbewußtseins, Stärkung des Solidaritätsgesühls, von welcher das zehnjährige Stistungsfest ein