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Im deutschen Reich · 1903-03-01 · Heft 3 (März 1903) · p. 231

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 3 (März 1903)
Article
Berlin
Date
1903-03-01
Page
231 (sequence 7)
Language
German
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Korrespondenzen. 231 abgeschlagen, und die tapferen Reiter ziehen sich zurück, um den Angriff zu wiederholen, haben aber bei der zweiten Attacke noch weniger Erfolg, da die Amazonen mit ihren spitzen Waffen den edlen StreiLroffen gar kräftig auf den Leib rücken. Kurz entschloffen zieht sich nun der Gras mit seiner „Kavallerie" Zurück und versucht eine Umgehung des Feindes, um diesem im Rücken den Todesstoß beizubringen. Aber auch dieser Versuch gelingt nicht; denn sobald die „Infanterie" den Herrn mit seiner „Kavallerie"' von der anderen Seite kommen steht, wird bei ihr der Befehl gegeben: „Kavallerie in Sicht! Fällt das Gewehr!" und so muß der Herr Graf noch mehrere Male mit seiner Kavallerie „Kehrt machen", ohne die Düngerhaufen und ihre tapferen Verteidigerinnen überreiten zu können. Die „Infanterie" setzt nun ungehindert das Düngeraus breiten fort, und nachdem diese Arbeit beendet ist, rückt sie in strammem Zuge mit „Gewehr über" in den Gutshof von Klein-Tschirne ein,, wo der Herr Graf noch die Parade über sie abnimmt und ihr seine Zufriedenheit über ihre tapfere Haltung vor dem Feinde ausspricht. Der „Voss. Ztg." wird aus Nürnberg berichtet: „Im Mai v. I. verfügte der bayerische Unterrichtsminister v. Landmann in einer Zuschrift an das Nürnberger Gemeindekollegium, daß die Verwendung israelitischer Lehrkräfte an christlichen Volksschulen als grundsätzlich unzulässig erscheine. Er wolle zwar das Verbleiben der bereits im Dienste befindlichen israelitischen Lehrkräfte nicht beanstanden, jedoch müßten sie so verwendet werden, daß Unzu-. träglichkeiten sich nicht einzuschleichen vermöchten. Da das Nürnberger Gemeindekollegium teilweise erneuert worden ist, wurde in der Sitzung des Kollegiums vom 17. Februar beantragt, das Reskript des Ministers nochmals zur Verlesung zu bringen. Darauf hielt der Gemeindebevollmächtigte Versen eine Ansprache, in der er u. a. sagte: „DieStaatsministerialverfügung sei ein Schlag gegen das Prinzip der Simultanschule und in ihrer Wesenheit auch ein Schlag gegen den konfessionellen Frieden. Sie sei übrigens keine Einzelerscheinung, denn nach einer Verfügung des abgetretenen Justizministers Freiherrn v. Leonrod sollten, wie verlaute, die Israeliten auch als Richter nicht mehr nach ihrer Befähigung und Würdigkeit, sondern nur in einer Anzahl, wie. sie dem Zahlenverhältnisfe der Konfessionen entspreche, angestellt werden. Für dieses Herausdrängen der jüdischen Mitbürger aus möglichst vielen -Staatsstellungen und diese — er möchte sagen: Kontingentierung des Bildungsbedürfnisses und des Vorwärtsstrebens der Israeliten habe man ein großes Muster: Rußland. Man könne jetzt wahrhaftig stolz sein, daß Bayern

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