Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1903)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1903-02-01
- Page
- 182 (sequence 4)
- Language
- German
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m Im deutschen Reich. dadurch unterscheidet, daß nicht bloß Juden ihm angehören, sondern daß edle Menschenfreunde, die nicht unseren Glauben haben, unser Recht erkannt haben und für seine Verwirklichung emtreten wollen; Vertreter jüdischer Vereinigungen, die nicht unmittelbar ein gleiches Streben verfolgen, die auf anderen gemeinnützigen Gebieten sich betätigen; Vertreter des „Hislsvereins der deutschen Juden", Vertreter des Comites zur Abwehr des Antisemitismus, der Präsident der Groß-Logen Deutschlands; es ist mir nicht möglich, sie alle hier aufzuführen, die in reicher Zahl erschienen sind, um zu bekunden, daß sie unsere Bestrebungen für richtig halten, und daß sie die Wege, die wir gehen, billigen und daß sie — so müssen wir hoffen — für diese von ihnen gebilligten Grundsätze auch da im Staate wirken werden, wo man die Macht hat, seinen Willen kund zu tun. Wenn ich Ihnen vorgeführt habe, daß unser Programm sich verdichtet in zwei Worten, die unser Kaiser gesprochen hat, so glauben wir darin auch die Gewähr zu finden, daß er, der unser Vaterland repräsentirt, ein Herz hat für denjenigen, die diesem Daterlande treulich anhängen, die für das Vaterland jederzeit ihrerseits zu finden sind, und die deshalb hoffen, daß das Vaterland sich auch ihnen nicht entziehen wird. Wir haben die Hoffnung und wir glauben, aus der Vergangenheit nach einer bald 15 jährigen Regierung unseres Herrschers diese Hoffnung hegen zu dürfen, daß wir nicht vergebens kämpfen werden, daß er, der den Grundsatz verfolgt: „Recht muß Recht bleiben", allen seinen Untertanen dieses Recht mit erkämpfen wird, daß er, der nicht nur denjenigen schätzt, der nicht feige unterduckt unter den, der die Macht hat, sondern der auf Gott vertraut und für fein Recht um sich haut — daß er, wie er es oft ausgesprochen, ein treuer Vater aller seiner Landeskinder auch in Zukunft sein wird, und deshalb glaube ich in Ihrer Aller Sinne zu sprechen, wenn ich heute dem Wunsche Ausdruck gebe, daß es in einer hoffentlich noch recht langen, reichlich gesegneten Regierung unserem Kaiser vergönnt sein wird^ die Verwirklichung unseres Rechtes herbeizuführen zum Segen seiner selbst, zum Segen unseres gesamten Vaterlandes. In diesem Sinne bitte ich Sie, mit mir in den Ruf einzustimmen: „Seine Majestät der Kaiser, er lebe hoch! und nochmals hoch! und immerdar hoch"! Die zahlreiche Festversammlung, die sich erhoben hatte, stimmte mit Begeisterung in das dreimalige Hoch ein, sang stehend die Nationalhymne und spendete sodann dem Redner lebhaften Beifall. In einer vielfach durch Kundgebungen begeisterter Zustimmung unterbrochenen einstündigen Rede bot sodann der stellvertretende Vor-