Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1903)
- Article
- Die kaufmännische Ehre bei den Juden
- Date
- 1903-02-01
- Page
- 131 (sequence 3)
- Language
- German
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Die kaufmännische Ehre bei den Juden. 131 Schon an der Wiege der arischen Kultur,, im alten Indien, finden wir einen Gott des Geldes, Indra, einen Gott, Zu dem man nicht nur betet, er möge einem Geld bescheren, sondern obendrein, er möge das Herz nach Geld gierig machen. Und damit vergleiche man einmal die Gebete des Judenkönigs David und das Gebet seines Sohnes, als ihn Gott Zu Gibeon auffordert, ein hohes Gut sich auszubitten. Der Werse König bittet nicht um Gold und Reichtum, erbittet um ein verständig Herz, das Volk zu richten und zu unterscheiden zwischen gut und böse. Im alten Hellas, dem Ideal arischer Geistesbildung, gilt schon in grauer Vorzeit der Satz Hesioos: Xprpwz rhr.p „Geld ist der Mann". In dem hochgebildeten Athen wütet kaum hundert Jahre nach der allgemeinen Einführung des Geldes ein solcher Wucher, daß Solon, um den Staat zu retten, zu einem Gewaltakt greisen muß. Er ändert die Währung und gestattet, in leichterem Gelde Schulden zu bezahlen, die in schwererer Münze kontrahiert sind. Einen festen Zinsfuß gibt es nicht, unter zehn Prozent wird nie genommen. Zinseszinsen sind ebenso an der Tagesordnung, wie das Verfahren der modernen „harmlosen" Wucherer, schon beim Ausleihen vom Kapital sogleich die Zinsen abzuziehen. Die Tempel der Götter werden zu Depositenbanken, der Tempel der Artemis in Ephesus gilt als das HaupLbankinstitut für das gesamte Abend- und Morgenland. Sie sehen schon hier die intimen Beziehungen Zwischen Bankgeschäft und Kirchenbauten, welche neuerdings freilich durch die fatalen Mißerfolge der Herren Sauden und Konsorten in Berlin ein wenig an Kredit verloren haben, ja, uns begegnen schon hier im Altertum lebendige Vorbilder dieser judenreinen Bankdirektionen, wie jener Bankerotteur in einer Komödie des Plautus, der von sich sagt: „Ich gelte für reich: allein ich habe da eben einen kleinen Ueberschlag ge- Ehrenberg R., Der Handel, Gera 1897. Derselbe, Wie wurde Hamburg groß? Derselbe, Die Entstehung großer Vermögen (Deutsche Rundschau 1901). Herzfeld, Geschichte des jüdischen Handels-, 2. Aufl., Braunschweig 1894. Heyd, Geschichte des LevanLehandels I. Jacobowsky, L., Der christliche Staat und seine Zukunft, Berlin 1894. Loeb, in der Revue des etudcs juives XXVIII, p. 19. Richter W., Handel und Verkehr der wichtigsten Völker des Mittelmeeres im AlLertume, Leipzig 1886. Saige G., Des Juifs du Languedoc, Paris 1881. Steinhaufen G., Der Kaufmann in der deutschen Vergangenheit. Wachsmuth, Europ. Sittengeschichte I.