Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 91

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Berlin
Date
1903-01-01
Page
91 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316701-2316703-2330763--10551-2330931
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Korrespondenzen. üi Nordsache?" berichtete der „Berl. Lokal-Anzeiger": „Aus Metz wird .ms geschrieben: Bei einer Batterie des Feldartillerie-Regiments Nr. 34 befindet sich unter den zuletzt eingestellten Rekruten ein Mann, der m der französischen Fremdenlegion gestanden hat und von dort desertiert ist, um in Deutschland rechtzeitig sich stellen zu können. Der Mann erzählt, daß er in einer Kompagnie mit einem Fl eischergesellen zusammen gewesen sei, welcher angibt, bei dem Morde des Gymnasiasten Winter Beihilfe geleistet zu haben. Von Gewiffensbiffen geplagt, habe dieser Fleischergeselle mehrere Male gebeten, verhört zu werden, sei aber von den Vorgesetzten Behörden immer zurückgewiesen worden, da diese glaubten, er wolle auf diese Weise nur seine Entlassung erreichen. Der Rekrut ist in Metz eingehend verhört worden, und das Aktenmaterial wurde der Staaisanwaltschaft zugesandt. — Vor etwa Jahresfrist war eine ähnliche Mitteilung über ein Geständnis eines an der Konitzer Mordaffäre angeblich beteiligt gewesenen Fremdenlegionärs in die Oeffentlichkeit gelangt. Es muß abgewartet werden, ob die jetzige Meldung in das Dunkel der Angelegenheit Licht zu bringen geeignet ist/' Wenige Tage später teilte dasselbe Blatt mit, daß die Untersuchung der angeblichen neuen Spur resultatlos verlaufen sei. Ueber das Vordringen des Judentums im bayerischen Offizierkorps brachte dieser Tage die antisemitische „Neue Bayerische Landeszeitung" auf Grund der Zuschrift eines Reserveoffiziers einen Artikel, in dem es u. a. heißt: „Seit vielen Jahren ereifern sich die Judenölätter darüber, daß das Offizierkorps keine Juden bei sich haben will, während doch gar manche Offiziere jüdisches Geld und jüdische Frauen nicht ungern haben. Auch wurde darauf hingewiefen, daß verschiedene Offiziere jüdisches Blut in ihren Adern haben und daß gerade unter den Adelsgeschlechtern, welche in der Armee vertreten seien, manche ihre Wappenschilde durch das Gold jüdischer Frauen oder Schwiegertöchter aufgefrischt haben. Die Klagen der Judendlätter erstrecken sich ganz besonders auch auf das Offizierkorps der Reserve, welches die Juden ablehne. Dies ist aber in Bayern nicht der Fall; denn in Nürnberg und Fürth scheinen die Juden nachgerade eine führende Rolle im Offizierskorps der Reserve zu spielen. Wie sehr das jüdische Element in diesem Korps zunimmt, davon gibt — abgesehen von der Menge jüdischer Militärärzte —- der letzte Armeebefehl einen Beweis; denn unter den 12 zu" Oberleutnants beförderten Leutnants der Referve und Linie befinden sich folgende sechs: Levinger, Bacharach, Erlenbach, Heymann, Simon und Siegfried Sinsheimer. Wir kennen die Herren nicht, können also

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.