Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1903)
- Article
- Josef Süß Oppenheimer
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 37 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Josef Süß Oppenheimer. 37 Rieger. Das sind Ausflüchte. Mt solchen Sachen verderbe er doch nur seine Seele, wenn er immer seine Worte ändere. Nun aber wolle er sich seiner Seele annehmen. . Süß. Für meine Seele hat niemand zu sorgen; ich habe mich mit Gott ausgesöhnt. Rieger. Dies Wort sei stolz. Wie könne Süß solches sagen, er, der doch nur stets Menschen gedient. Süß. Freilich habe ich Fürsten mit meinen Kräften dienen wollen. Ich finde aber meine Seligkeit in meinem Religionsgesetz und verlasse mich aus dasselbe. Rieger. Wie? Auf euer Gesetz? Das habt ihr ja stets übertreten! Euer Gesetz verdammt euch und giebt euch keine Erlösung. Dazu braucht ihr einen anderen Versöhner vor Gott, das ist der Messias. Süß. Ich bin Jude und bleibe ein Jude. Ich würde kein Christ werden, auch wenn ich römischer Kaiser werden könnte. Seine Religion zu ändern ist eine Sache für einen freien Menschen, aber einem Gefangenen steht das übel an. Rieger. Ob seine Person dem Süß nicht wert genug erscheine. Süß wies diese Selbstverkleinerung mit vielen Höflichkeiten zurück, bedankte sich verbindlichst für das Kommen, sowie für die Büchlein, die Rieger mitgebracht, und sagt: Ich werde so als Jude leben und als Jude sterben. Rieger empfiehlt einen anderen Geistlichen. Süß. Er wolle gar keine mehr.. Rieger verabschiedet sich und sagte: Ich empfehle Ihre Seele dem Gotte Abrahams, Isaaks und Jakobs. Süß. Ja! Das ist auch mein Göttis Während der ersten Tage des Dezembers waren die Berichte des Süßschen Dermögensverwalters, sowie die des Scholl über die Münze eingelaufen. Die Akten waren durchgelesen, die Verböre und Konfrontationen beendet, der Verteidiger wie der Ankläger hatten ihre schriftlichen Ausführungen niedergelegt. Es kam Zum Schluffe. Am 13. Dezember 1737 verurteilte die Jnquisitionskommission Joseph Süß zum Tode durch den Strang. Nur eine Stimme, die des Professor Rupprecht von Tübingen, war dagegen. Sümmelband des König!. Bibl. II, Nr. 4 a.