Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1903)
- Article
- Josef Süß Oppenheimer
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 33 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2316602-2316701-2316703-2330759--10489-2330873- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Josef Süß Oppenheimer. 33 terdigung nach, ist gar nicht vom JnquisiLen empfohlen worden; vielmehr hat jener sich über Süß sehr verächtlich ausgesprochen. Pfau habe sich selbst zum Geheimen Rat gemacht. Im dritten Teil ihrer Darlegung weist die Verteidigung nach, daß auch Bemeisterung der Kassen und Ansichziehung von Geldern dem Süß nicht zum Vorwurf gemacht werden könne. Denn mit der Kaminsegerkaffe, mit dem Quartalistenamt für die Landschreiber hat er nie etwas zu tun gehabt; Kontroleur der Kirchenkaffe sei Hallwachs gewesen; die Führung der Hofkaffe sei eine lobenswerte, an sich nicht neue Einrichtung gewesen, welcher Süß sogar 50000 fl. ohne Nutzen vorgeschoffen habe; die Rechnung dieser Kaffe habe Buhler geführt. Von der Errichtung einer außerordentlichen Kammer- und Landschreibereikasse habe Süß keinen Nutzen gehabt; von den eingezogenen Gratial- und Fiskalatgeldern habe Süß weder die ganze Summe, noch einen Teil unterschlagen, oder eigennützig verwendet, ebensowenig die der Landschreiberei hälftig zugehörigen Konfiskationsgelder. Auch habe Süß nicht die Eingehung des Gräflich Wärbenschen Vergleichs veranlaßt, sondern nur die dem Hofrat Heyland und von diesem wiederum dem Jsaac Simon von Landau übertragene Ausführung desselben mit unterstützt. Ganz besonders von Bedeutung war es aber, daß die Verteidigung Nachwies, daß die Gratial- und Fiskalatämter, welche im Beamtenstande so böses Blut gemacht, garnicht neu, sondern schon früher in dem Geschäftsbereiche der Kollegien und des Kabinets gelegen, zu besonderen Aemtern abgelöst worden waren. Eberhard Ludwigs Landkommissionen hätten den Ministern Einkünfte gebracht; die, welche Carl Alexander eingerichtet, hätten seiner Schatulle Einnahmen gebracht. Weil dieser seinen Beamten nicht getraut, habe er den Süß und den Reguettenmeister Knab besonders mit diesen Sachen beauftragt. Daß Süß diesen Auftrag aussührte, habe er nur im Interesse des Fürsten getan. Dabei habe Süß den Bewerbern um ein Amt oft vorgehalten, ob sie auch imstande seien, die verlangten Zahlungen zu leisten, habe me dazu geraten. Aemter ohne vorherige Prüfung an Bewerber zu vergeben, habe im Gegenteil von Versetzungen Der Beamten dem Herzoge abaeratem Leber die Befähigung der Bewerber habe nicht er, sondern der Hofkanzler Scheffer zu befinden gehabt; er habe die meisten gar nicht gekannt, Metz, Buhler, Hallwachs hätten die Personen empfohlen; Knab hätte über dieselben dem Herzoge Vortrag gehalten. Lamprecht und Metz wie Buhler. und Hallwachs hätten meistens mit den Bewerbern gemarktet und diese hätten sich gegenseitig durch Angebote getrieben. Ebenso hätten in Fiskalatsachen