Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 30

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Josef Süß Oppenheimer
Date
1903-01-01
Page
30 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2316602-2316701-2316703-2330759--10486-2330870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

deutschen Reich. 80 Heppach-Höckerischen zu Folio Nr. 1—26; 2 Faszikeln Kabincts-Akten aus 35 Fastikeln Münzakten, Müuzliquidanonen, Kontrakten, Protokollen^ aus mehreren Fascikeln Süß'scher Akten von Frankfurt den Konfrontations-Protokollen vom September 1737 hatte er sich Auszüge zu machen, den Jnquisiten gütlich zu verhören, was vom 26. August bis Zum 3. September geschah, die sehr umfassende Anklageakte zu studieren und aus allem diesen die Verteidigungsmomente auszuscheiden.^) Dabei war es dem Angeklagten trotz der Lawine von Anklagepunkten und Vorwürfen, die auf ihn einbrach, nicht gegönnt, mit dem Verteidiger allein mündlich Zu verkehren. Notizbogen, Blätter, Zettel, Briefe waren die Verkehrsart. Süß bat dringend, den Verteidiger schriftlich, daß man ihm doch mehr Gelegenheit gebe, seine Bemerkungen machen zu können, da fein Gedächtnis durch die aufregenden Qualen nicht immer sogleich alles wiedergebe.^) Als der Januar 1738 gekommen war und die Unruhe des Süß immer höher gestiegen war, schrieb er wieder au den Verteidiger. Sein Brief wurde durch die Jnquifitions-Ccmmiffion demselben Zugestellt, aber mit dem Vermerk, daß Verteidiger dem Jnquisiten zu antworten habe, es sei ihm unmöglich, zu Jnquisiten zu kommen, da kein n Verteidiger erlaubt sei, ohne Urkundsperson mit seinem Klienten nr sprechen, daß er aber Alles, was Süß ihm schriftlich unter Kouoert durch den Kommandanten der Festung zukommen ließe, besorgen wolle. So tat auch der Verteidiger. Nun konnte er die Schrift des Süß. und dieser die des Verteidigers nichgut lesen. Welche Qualen für den Inhaftierten, der eine Kaiserliche Gerichtekommission haben wollte, ein öffentliches Prozeßverfahren verlangte, keine Heimlichkeit im Prozeßverfahren haben mochte. Aber alles vergebens. Und der Verteidiger selbst war eine Person, von der Süß sagte: „Bey dem Doctor heißt, aus den Augen, aus dem Herzen.Von der Verteidigungsschrift sagte Süß, er habe sie schön gemaä t, aber daß man auslegen kann, wie man will, es ist ein ehr licher Kerl, aber ein blutschlechter Doktors) Rechnet man zu nicht gerade gewandten, ohne wahre Sympathie mit dem Jnquisiten, ja sogar unter fortwährendem Wideri) Verteidigungs-Akten B. II. -) Brief vom ^September v ' 28. Oktober 3) Brief vom 26. September 1737. I Brief vom Januar 1738.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.