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Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 28

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Josef Süß Oppenheimer
Date
1903-01-01
Page
28 (sequence 15)
Language
German
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28 Jul deutschen Reich. Massen eingegangenen Akten so weit vorangekommen war, um die Anklagcpuukte fcstzustellen und Material reichlich genug gefunden zu haben meinte, wurde Süß am 28. Mai nochmals eingehend vernommen und dann auf den Hohen Aspern gebracht, woselbst die Inquisition vor jedem Fluchtversuche der Inhaftierten geschützt, in Ruhe und Muße die zahlreichen Anklagen durchgehen konnte. Ein großer Festtag war dem Volke, als Süß nach dem neuen Gewahrsam überführt wurde?) Die Zeit der Gefangenschaft auf dem Hohen -Asperg war für Süß eine immer leidensreichere, aber auch innerlich Geist und Herz mächtig bewegende und läuternde. Anfangs erhielt er ein angenehmes Zimmer; er verweigerte aber jedes andere Essen als das nach jüdischen Gesetzen erlaubte. Er aß meist Eier, die er selbst auf Kohlenfeuer briet, dazu Semmel mit Zucker; er fastete anfangs täglich, später 2—3 mal wöchentlich; als sein Verhör die Richter nicht befriedigte, sperrte man ihn in ein schlecht gelegenes Zimmer, wo er auch lange in Fesseln bleiben mußte. Die Vernehmung begann am 4. Juni und dauerte bis zum September 2 737. Wäh eud dieser Zeit ließ man durch den Rentkammer - Erpcditionsrat Chategnier das von Süß geleitete Münzwesen untersuchen. Die langwierige Untersuchung endete im September, und Chategnier übergab einen Bericht über 41 Punkte. Er erklärte, daß Süß nichts Strafbares vorzuwerfen sei. Süß habe nicht, wie man ihn beschuldige, in unredlicher Weise einen Gewinn von 350 625 fl. u. 14 kr. aus der Münze gezogen, sondern nur einen von 85 262 fl. 441/2 kr. und das in vorwurfsfreier Weise; die Münzkrisis sei nicht die Schuld des Süß, dieser habe den Herzog nicht nur in keinem Geschäfte betrogen und nichts herauszuzahlen, sondern vielmehr vom Herzoge noch zu fordern. Die lieber stückelung und Verschlechterung der Münzen sei ihm nicht zum Vorwürfe zu machen, und es sei erwiesen, daß die Münzen Württembergs besser als die übrigen seien. Tiefes Prüfuugsergebnis paßte der Kommission nicht. Remkammer- und Rechenmeister Scholl erhielt am 22. November den Auftrag, nachzuprüfen. Er rechnete ein vielfaches Debet heraus, das über 120 000 fl. betrug?) Aber aufgeklärt war das Ergebnis noch nicht genug; Schall berichtete am 23. November, am 3. Dezember, am 2 3. Dezember und endlich bezeugte auch er, daß Süß in der Scheidung des gültigen Silbers des Herzogs Nutzen besorgt hatte. Noch immer waren die Ergebnisse nicht klar genug, und am 4. Januar 1738 erhielt l) Akten des Verteidigers. Fül. 1—39 Frans 1-— 117. 2;> C >d< x hin. F. 622.

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