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Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 24

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Josef Süß Oppenheimer
Date
1903-01-01
Page
24 (sequence 11)
Language
German
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24 siw Demi eben Kelch. beschafft werden. In einem Erlasse vom 18. Januar 1737 wurden die Staatskassen beauftragt, sich mit dem Geheimen FinanzraL Süß dieserhalb ins Benehmen Zu setzen, damit durch ihn rechtzeitig dem etwaigen Mangel abgeholfen werde. Sie mußten deshalb an Süß berichten, dessen Rat und Weisung einholen, dieser hatte das Geld zu schaffen. Das alles mußte aber von den Beamten selbst bezahlt werden, indem sie für jeden Gulden 3 Kreuzer zu .entrichten hatten*). Das Volk nannte diese Abgabe den „Judengroschen" und haßte den Süß und die Inden immer mehr. Man versuchte das Durchreisen der letzteren nur auf die zu beschränken, welche ihre geschäftlichen Zwecke Nachweisen konnten. Aber der Herzog wies dieses Ansinnen zurück-). Man versuchte, den Erlaß über die Gehaltsabgabe durch Verwaltungsschwierigkciten aufzuheben, es gelang nichts. Im Gegenteil, eine ganze Anzahl finanzieller Neuerungen brachte das Volk immer noch mehr auf. Es wurde ein Bankalitätsamt, eine Art Landesbank eingerichtet, ein Pupillenamt zur gehörigen Hütung von Mündelgeldern eingesetzt, von den xÜ8 60rxoribn8 wurden 3 % ihrer Gelder erhoben, ein Stadtschreiber-Kammerbeitrag verlangt, Stempelpapier eingerichtet, eine Vermögenssteuer eingesührt, der Bierhandel, der Lederhandel, das Kaminfegen, der Verkauf von Spielkarten, Wein, Eisen, Salz, Kalendern, Schulbüchern, Kutschen, das Halten von Kaffeewirthschasten, Glücksspiele, Carnevalsfeste, Lotterien monopolisiert. Süß hatte tatsächlich nicht alles dies gutgeheißen, sogar widerraten, aber die Füllung der Chatoulle und die Gewinnsucht der Vermittler waren mächtige Antriebe, der Herzog wollte es so st. Das Maß der Erbitterung war zum Ueberlaufen voll, beißender Spott, Galgenhumor, Verzweiflungsstimmung ging durch die Gemüter. Süß fühlte die Schwüle und fürchtete den Ausbruch des Gewitters. Er wollte fort. Doch der Herzog wollte ihn nicht Ziehen lassen. Um ihn zu beruhigen, erließ er ein Dekret am 12. Februar 1737. Es lautet: Unseren Gruß zuvor, Liebe, Getreue! Euch ist zur Genüge bekannt, wie viele und was für wichtige Dinge und Geschäfte unser gebeimer Finanzienrat Süß, seither dem derselbe in Unfern Diensten steht, zu merklicher Beförderung des herrschaftlichen Interesse mit nicht *) Heyd Nr. 8057. s) Dekret vom 21. Januar 1737. I Dekret vom 1. Februar 1787. st Verteidigung Abt. VI. 5,1. 76-0:1.

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