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Im deutschen Reich · 1903-01-01 · Heft 1 (Januar 1903) · p. 18

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
9 (1903)
Issue
Heft 1 (Januar 1903)
Article
Josef Süß Oppenheimer
Date
1903-01-01
Page
18 (sequence 5)
Language
German
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18 Zm deutschen Reich. daß Josef Süß die ganze Münze übernahm und am 5. Juni zu Heilbronn in einen aus 14 Punkten bestehenden Vertrag eintrat. Nach demselben sollte die Ausmünzung nach dem bisherigen Fuße verbleiben, die Mark Goldes zu 48 Stück Alexanderd'or ä I8V2 Karat und jedes Stück zu 5 fl., die Mark Silber zu 32% Stück halbe Gulden ä 30 kr. kleine Münze 12 Lot fein (§ 2). Wöchentlich sollten 200 Mark Goldes und 1000 Mark Silber von Süß geliefert werden; wenn er mehr schaffen könne, sollte er es der Münzdeputation melden, und in diesem Falle sollte von dem Mehr dem Serenissimus die Hälfte des Gewinnes Zugehen (Z 3—4). Wenn aber die wöchentliche Lieferung nicht vollsiändig erfolgen könne, solle in der Zweiten oder dritten Woche das Fehlende ergänzt, im ganzen Jahre aber nicht mehr als das bestimmte Quantum ausgemünzt werden (§ 5). Dafür sollen dem Süß alle Zölle und andere Auflagen erlassen, ebenso freie Patente für das Heranziehen der erforderlichen Personen bewilligt, ein Gardereiter in Livres auf seine Kosten ihm beigegeben, Wagen mit 4 Pferden auf herrschaftliche Kosten für ihn beschafft, auf seine Kosten aber erhalten werden (§ 6 und 7). Süß habe dagegen jährlich einen Nutzen von 92 800 fl. in vierteljährlicben Raten an Serenissimus zu entrichten (§ 8). Die Summe von 75 000 fl., welche dem Süß zum Zwecke der Münznng vorgeschossen werde, sollte er vierteljährlich mit 7500 fl. abtragen, alle Beamten, ausgenommen den Münzinspektor, den Münzmeister, den Münzwardein, den Medailleur und den Eontroleur bezahlen (tz 9—10). Als Kaution hinterlegte Süß eine Hypothek von 2O000 fl. auf sein Vermögen (§ 14) Z. Nachdem Münzmeister Breuer eine genaue Abrechnung gemacht, die Münzdeputation ein genaues Inventar ausgenommen, übernahm Süß am 1. Juli 1734 die Münze. Die Beamten Breuer und Held hatte er belassen, sonst aber solche, die ihm geeignet erschienen, eingesetzt. Süß' Name fing an zu steigen, sein Stern ging glanzvoll auf. In demselben Monate noch machte ihn der Kurfürst von der Pfalz zu seinem Oberhof- und Kriegsfaktor Z. Innerhalb 9 Monaten prägte er über 11 Tonnen Goldes, das sind 11 Millionen Mark aus. Dieser beispiellose Erfolg ließ das Vertrauen des Herzogs noch höher steigen und ihn mit Süß in immer engere Beziehungen treten. Juwelen, Gold- und Silbersacheu mußte dieser für Serenissimus besorgen Z; Juden 1) Codex hist. F. 622. -) Akt. d. Bert., Verteidigungsschrift fol. 3. Saß, Akten Fast. V.ll Nr. 115. Frankfurter Arien Fase. C. Nr. 39, sab Nr. 23. 2) Hcnd, Nr. 8057.

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