Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 9 (1903)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1903)
- Article
- Josef Süß Oppenheimer
- Date
- 1903-01-01
- Page
- 17 (sequence 4)
- Language
- German
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Josef £ÜB .CppenkiiVvCr. 17 Worben. Er führte eins doppelte Haushaltung in Mannheim und Frankfurt a. M. Sie kostete ihm in Mannheim jährlich 15 600 Mk., dabei bezahlte er prompt seine Wechsel, sodaß er einen Kredit bis 100 mille hatte i). Im Jahre 1732 stellte ihn in Wildbad sein Geschäftsfreund Jsaac Simon aus Landau dem Prinzen Carl Alexander von Württemberg vor und empfahl ihn mit den Worten: „Hier bringe ich denjenigen, der mir die Schuhe ausLritt."^) Prinz Carl war zur Zeit Generalgouverneur von Serbien und hatte noch von feinem, Aufenthalt in Landau her geschäftliche Beziehungen zum Hause Simon, das ihm sehr häufig Gelder vorfchoß und mancherlei Geschäfte für ihn vermittelte. Josef Süß verstand es, die Gunst des Prinzen durch gewandtes seines Benehmen, Witz und Humor zu gewinnen, besonders aber durch seinen zu Geldvermittelungen sehr geschickten Unternehmungsgeist dem Prinzen sich unentbehrlich zu machen. Dieser machte ihn zu seinem Oberhof- und Kriegsfaktor und Schatuüenverwalter, seine Gemahlin machte ihn am 14. November 1732 zu ihrem Agenten b). Im Dezember 1733 übernahm der Prinz an Stelle des im Oktober verstorbenen Herzogs Eberhard Ludwig die Regierung Württembergs. Er war katholisch, traute den evangelischen Hofbeamten und Räten nicht und war über die Landstände verstimmt, die ihm ehedem in seiner Geldnot nicht beigestanden hatten. Seine Pläne gingen dahin, seine Hausmacht zu erweitern und durch ein tüchtiges Heer feine Gewalt zu vermehren. Er liebte sehr Juwelen und Edelsteine, machte große Geschenke und führte ein üppiges Leben. Zu alledem war ihm ein tüchtiger Finanzmann unentbehrlich. So machte er am 9. Januar 1734 Josef Süß zum Residenten und Cabinetsfaktor mit dem Sitze in Frankfurt. Seine vornehmste Sorge war die Ordnung des Münzwesens. Am 30. Januar 1734 befahl er dem Geheimrat v. Waldenbuch, den vorhandenen Stand desselben genau aufzunehmen und den Rat des Josef Süß einzuholen. Nach längeren Erörterungen kam es zunächst zur Entlassung der bisherigen Gold- und Silberlieferanten, an deren Stelle Süß vom 12. März 1734 an die Lieferung übernahm, welcher sich zu einer solchen bis zum 1. Juli d. Js. verpflichtete. Es traten zum Teil neue Beamte in die Münze ein, und neue Regeln ordneten ihren Betrieb. Dre Neuordnung führte aber dazu, 0 JnqmsiLious-Protoi'vU, das. Frage 24. -') Jnqu -Prot., Verhör vom 4. Juni 1737, Frage 29.?>) Berleidignngsschnft fol. 4b,