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Im deutschen Reich · 1902-12-01 · Heft 12 (Dezember 1902) · p. 688

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 12 (Dezember 1902)
Article
Berlin
Date
1902-12-01
Page
688 (sequence 3)
Language
German
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688 Im deutschen Reich. und auszubilden. Besondere Anerkennung fand die verdienstvolle Thätigkeit des Herrn Rosenthal, der als Geschäftsführer im Ehrenamt seine ganze Kraft und Begeisterung in den Dienst der Sache gestellt hat. Ueberhaupt wurde die umsichtige Leitung des Unternehmens hervorgehoben, die mit äußerster Vorsicht gehandhabt wird und für eine ruhige und sichere Entwickelung die Gewähr bietet. Der Geschäftsantheil der Gesellschaft beträgt 500 Mk., der Mindestjahresbeitrag des Vereins 3 Mk. Auskunft ertheilt das Bureau Gr. Hamburgerstraße 13/14, Berlin N." Die Wahlen zur Akademischen Lesehalle der Universität hatten nach mehrtägiger Dauer folgendes Ergebnis: Von 1301 Stimmen entfielen auf die nationale Partei 606, auf die katholischen Korporationen 213, auf die Freie Wissenschaftliche Vereinigung 281, auf den Verein jüdischer Studenten 201. Von den etwa 300 Stimmen, die durch die ausscheidenden Parteien frei geworden waren, sind demnach 181 auf die F.W.V., 23 auf den V.J.St. übergegangen. Erfreulich ist der beträchtliche Rückgang der Stimmcnzahl der „nationalen" Partei und im Gegensatz dazu das Anschwellen der Stimmenzahl der Freien wiffenfchaftlichen Vereinigung und des Vereins jüdischer Studenten. Bei der Konstituierung des Vorstandes verweigerten die „nationalen"' Vorstandsmitglieder entgegen dem Herkommen der zweitgrößten Partei, der Freien wiffenschaftlichen Vereinigung, die Einräumung der Stelle des zweiten Vorsitzenden und wählten als solchen den Vertreter der katholischen Korporationen. Am 6. v. Mts. fand die Antrittskneipe des „Vereins Jüdischer Studenten im B. I. 6.* in Berlin statt, die von zahlreichen Gästen besucht war, von denen sich mehrere im Laufe des Abends aktiv meldeten. Im Namen des Alten Herrenbundes überreichte Herr Dr. Robert Hantke dem Vereine das Werk „Winter und Wünsche, die jüdische Litteralur." Vor der 9. Strafkammer des Berliner Landgerichts I. wurden am 22. November drei Prozesse gegen den Grafen Pückler-Kl. Tschirne und einige andern Angeklagten verhandelt. Den Vorsitz führte Landgerichtsdirektor Müller, die Anklage vertrat Staatsanwaltschaftsratb Schmidt. Durch den ersten Anklagebeschluß ward Graf Pückler beschuldigt, durch eine in den Konkordiasälen am II. November gehaltene Rede die Mitglieder der zweiten Strafkammer des Landgerichts Berlin I. beleidigt zu haben. Die zweite Anklage richtete sich außer gegen den Grafen Pückler noch gegen den Verleger der „Staatsb.-Ztg."

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