Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 9 (September 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-09-01
- Page
- 503 (sequence 12)
- Language
- German
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Umschau. 503 ihre in dem früheren Artikel „Zur Judenmache" enthaltenen weiteren Ausführungen hinfällig seien. Damals berief sich die „Kreuzzeitung" in der ihr abgedrungenen, theilweisen Berichtigung auf die ihr aus London zugegangenen Mittheilungen; der bezügliche „Londoner Korrespondent" scheint jetzt Unterkunft bei der „Staatsbürger-Ztg." gefunden zu haben, da diese am 31. August eine angeblich aus London stammende Mittheilung veröffentlichte, in welcher versucht wurde, den Widerruf Markhams abzuschwächen und die von Wernher, Beit & Co. dem Verleumder gegenüber geübte Nachsicht zu bespötteln. Es wird darin gesagt: „Warum wurde ihm (Markhams) dies nicht sofort auf gerichtlichem Wege beigebracht, warum setzte man ihn nicht rücksichtslos den so außerordentlich schweren Strafen aus, die das englische Gesetz für böse Verleumder hat? Diese milde Nachsicht und beinahe christliche Duldung, diese Scheu vor dem eventuellen Auspacken schmutziger südafrikanischer Wäsche müssen einen merkwürdigen Eindruck machen!!" Die Worte „beinahe christliche Duldung" lassen keinen Zweifel darüber zu, daß der biedere „Londoner" Mitarbeiter der „Kreuz-Ztg/ in der „Staatsbürger-Ztg." das Geschäft fortsetzt, zu Parteizwecken den Sohn des evangelischen Pastors Eckstein aus Birkach in einen , beinahe christlich" handelnden Juden zu verwandeln! Wie verrohend der Judenhaß auf die Presse wirkt, wie aufwieglerisch sich die Antisemitenblätter selbst gegen hochgestellte Beamte äußern, die sich ihrem Terrorismus nicht fügen, zeigt auch der Ton, dessen sich die in Kempen erscheinende „Rheinische Volkostimme" befleißigt, die hoffentlich nicht die Stimme der wackeren rheinländischen Bevölkerung ist. Dieses Blatt, welches sich vor einigen Wochen so gehässig über die tolerante Rede des Generalobersten von Los äußerte, wurde neuerdings durch die Nachricht, daß der früher langjährig im Kriegsministerium thätig gewesene Kommandeur des Landwehrbezirks Hannover, Oberst Fleck, zum Generaldirektor der Waffenfabrik von Ludwig Loewe & Co. berufen sei, zu einem hämischen Angriff auf den Eisenbahnminister veranlaßt. In dem „Offiziere im Dienste des jüdischen Unternehmerthums" überfchriebenen gehässigen Artikel hieß es wie folgt: „Glauben die Judenblätter etwa, daß die Judenflinten eher auf Berücksichtigung zu rechnen hätten, wenn der Generaldirektor des Herrn Isidor Loewe im Kriegsministerium Freunde und Bekannte hat? Jedenfalls müßte dieser Auffassung energisch entgegengetreten werden, insbesondere auch dadurch, daß Offiziere, die es mit ihrer Würde vereinbaren können,