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Im deutschen Reich · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. 502

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1902-09-01
Page
502 (sequence 11)
Language
German
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502 Im deutschen Reich. vertreten ist. Dieser hat auf dem Parteitag der Reformpartei in Eisenach über den „Kaufmannsstand und seine Feinde" referiert. Wo er diese Feinde suchen würde, war nicht zweifelhaft. Wie sich übrigens den Leistungen der „Deutsch - Sozialen Blätter" und der „Antisemitischen Korrespondenz" Liebermann's die Organe der „Deutschen Reformpartei" würdig anreihen, zeigte u. a. ein Artikel der Zimmermann'schen „Deutschen Wacht", in welcher das Hinscheiden Bennigsens zum Anlaffe genommen wurde, in pietätlosester Weise Otto Glagaus Werk über „Börsen- und Gründungsschwindel" aus« zugraben, um nicht nur das Andenken Bennigsens, sondern auch dasjenige Lasker's und Bamberger's zu verunglimpfen. Gefährlicher als alle diese Spielarten der antisemitischen Bewegung dürfte aber die der „Tivoli-Konservativen" sein, welche die „Kreuz-Ztg." in einer Weise vertritt, die deutlich zeigt, wie die Traditionen von „Ehren - Gödsche" und „Woßu - Hammerstein" fortwirken. Am 28. August brachte die „Neue Preuß. Ztg." wie alle übrigen Tagesblätter notbgcdrungen das folgende bedeutsame Londoner Telegramm des Wolff'schen Bureaus: „Das Mitglied des Unterhauses Markham richtete ein Schreiben an Wernher Beit & Co., in dem er seine Beschuldigungen rückhaltlos zurückzieht, die er im Unterhause am 19. März 1901 gegen diese Firma bezüglich deren Finanzoperationen in Südafrika erhoben und später vor seinen Wählern wiederholt hatte. Markham sagte, diese Beschuldigungen seien unbegründet, und drückte sein aufrichtiges Bedauern darüber aus. Wernher Beit L Co. zogen in Folge deffen ihre Klage gegen Markham zurück." Mit keiner Silbe kam aber dabei das edle Blatt darauf zurück, daß es vor etwa neun Monaten die nun von Markham selbst als unbegründet widerrufenen Beschuldigungen dazu benutzt hatte, in einem von blindem Judenhaß durchtränkten „Zur Judenmache" überschriebenen Artikel nicht nur die „jüdischen Millionäre" Beit, Eckstein & Co., sondern alle Juden für das Elend in Südafrika verantwortlich zu machen. Wir haben damals die „Kreuz-Zrg." aufgefordert, der Wahrheit die Ehre zu geben, und ihren Lesern mitzuteilen, daß die Inhaber der Firma Wernher Beit L Co. keine Juden, daß insbesondere Eckstein der Sohn eines württembergischen Pfarrers fei. Damals haben wir offenbar, weil der Druck des § 11 des Reichspreßgesches fehlte, nur eine Berichtigung erzielt, deren Inhalt uns unzulänglich und deren Tonart uns unpaffend erschien. Darnach war nicht zu erwarten, daß die ritterliche Gesinnung der Kreuzzeitung soweit reichen würde, jetzt mit dem Widerruf Markhams ihren Lesern gleichzeitig zu verkünden, daß damit

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