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Im deutschen Reich · 1902-09-01 · Heft 9 (September 1902) · p. 495

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 9 (September 1902)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1902-09-01
Page
495 (sequence 4)
Language
German
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Umschau. 495 Überlieferungen ausgelöscht werden sollen. Dem ist nicht so. Das Königreich Preußen setzt sich aus vielen Stämmen zusammen, welche stolz sind auf ihre frühere Geschichte und ihre Eigenart. Das hindert sie jedoch nicht, vor allen Dingen brave Preußen zu sein. So soll es auch hier sein. Ueberlieferungen können ruhig bestehen, allein sie sind der Geschichte der Vergangenheit angehörig. Jetzt kenne ich hier nur Preußen". Ein Kaiserwort soll man nicht drehen noch deuteln; trotzdem erklärte die „Staatsbürger-Zeitung", die häufig das „ausspricht", was die „Kreuzzeitung" „meint", sofort, der Kaiser habe nur dem Worte Friedrichs des Großen die richtige Auffassung gegeben, daß die beiden großen Konfessionen, die evangelische und katholische, in unserm Lande völlige Gleichberechtigung genießen sollen. „Heiden und Juden scheiden selbstverständlich auch im Bilde aus. Das möchten wir von vornherein feststellen, um einer falschen Auffassung „unserer" Kaiserrede vorzubeugen." Mit dieser gezwungenen Auslegung mögen jene echt deutschen Worte vielleicht der „Staatsbürger-Zeitung" als ihre Kaiferrede gelten — die vielfachen Auszeichnungen, welche gleichzeitig mit jener Rede einer Anzahl jüdischer Bürger der deutschen Ostmarken*) zu Theil geworden sind, zeugen dafür, daß die Lesart der Antisemiten falsch ist. Von diesen kann man stets sagen: „Im Auslegen seid Ihr munter, legt Ihr nicht aus, so legt Ihr unter!" Hoffentlich haben aber die deutschen Kreise, welche zum Nachthcil für das Deutschihum den hohen Werth der trefflichen Gesinnung der dortigen Juden für eine Gesundung der politischen Verhältnisse in den Ostmarken untersckätzten, den Kaiser richtiger verstanden und werden ihr künftiges Verhalten seiner Auffassung anpassen. Die Bezugnahme auf die Aachener Rede ist dabei bedeutungsvoll, denn hervorragende Politiker haben auf der Mannheimer Katholiken-Dersammlung bewiesen, daß sie dieselbe Auffassung hegen und das Grundübel dort suchen, wo es wirklich steckt — in dem chauvinistischen „Pseudo-Rationalismus". *) Anläßlich der Anwesenheit des Kaisers in Posen erhielten die Herren Justizralh Lewinski und Geheimrath Pauly in Posen, sowie Herr Leffer Bärwald in Nakel, Landgerichtsrath Peltasohn.Bromberg und Iustizrath Meyer-Ostrowo den rochen Adlerorden 4. Klaffe, Beigeordneter Cohn-Crone und Stadtrath Glmckiewicz.Gnesen den Kroncnorden 4.Klaffe; Herr Kommerzien« rath Herz wurde zum Geh. Kommerzienrath, Herr Medizinalaffeffor Mankiewicz zum Medizinalrath, Herr Sanitätsrath Or. Lande-Nakel zum Geh. Sanitätsrath. Herr Dr. Landsberger-Posen und.Herr vr. Glaser-Fraustadt zum Sanitätsrath ernannt u. s. w. u. s. w.

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