Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 8 (August 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-08-01
- Page
- 435 (sequence 5)
- Language
- German
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Umschau. 435 liche GlaubensLreue zu pflegen. Unser Verein ist Lhatsächlich von dem Geiste beseelt, der eine Bürgschaft dafür bietet, daß die deutschen Soldaten jüdischen Glaubens jederzeit dem Rufe zu den Fahnen mindestens mit derselben Freudigkeit folgen werden, wie diejenigen anderer Bekenntniffe. Daß diese Gesinnung aber auch schon früher unter den deutschen Juden heimisch war, dafür bringt die hier beigesügte Schrift .Tie Juden als Soldaten", welche wir uns gestatten, Ew. Ercellenz ehrerbiengst zu widmen, zahlreiche Belege. Die Nachkommen jener jüdischen Soldaten, die für das deutsche Vaterland kämpften und bluteten, werden sich, wenn das Vaterland wieder in Gefahr sein sollte, ihrer Vorfahren sicher würdig erweisen. Stets werden sie aber um so freudiger ihre Pflicht erfüllen, als die Worte Ew. Ercellenz ihnen die frohe Ueberzeugung einflößen, daß ruhmvoll bewährte Führer deS deutschen Heeres völlig frei sind von der .Unduldsamkeit zelotischer Eiferer". Genehmigen Ew. Ercellenz für diese uns so tröstliche .Soldatensprache" die Versicherung ausgezeichnetster Hochachtung Die vor sieben Jahren von dem Abwehr-Comite herausgegebene Schrift „Die Juden als Soldaten", zu der verschiedene Ergänzungen in dieser Zeitschrift in den Heften 12, Jg. 1900, 1 u. 2, Jg. 1901 veröffentlicht wurden, war dem Schreiben des Central-Vereins-Vorstandes deshalb beigefügt, weit in dieser Schrift fast 400 Juden namentlich aufgeführt sind, die das Eiserne ölreuz oder entsprechende bundesstaatliche Auszeichnungen erhalten haben, weil ferner der jüdische Bonner Husar durchaus keine vereinzelte Erscheinung ist, wie verschiedene konservative Blätter schlankweg behauptet haben. Daß der Geifer der radikalen Antisemiten, die in ihrer Wuth von einer Verbeugung vor dem Judenthum, von einer „Rabbiner-Rede" Loö's faselten, den hohen Werth des Urtheils eines preußischen Generalobersten nicht schmälern konnte, lag nahe. Der untadelige Werth seiner Rede war durch den obersten Kriegsherrn beglaubigt, der sich darüber in seinem Telegramm wörtlich geäußert hat: „Die von dem Gefühl der Anhänglichkeit an Kaiser und Reich und ernster Religiosität getragenen Worte haben meinem kaiserlichen Herzen wohlgethan; sie sind ein erfreuliches Unterpfand dafür, daß das, was ich in Aachen gesprochen habe, auf fruchtbaren Boden gefallen ist und mit Gottes Hülfe gute Früchte tragen wird." Aber das, was in der „Post"' und anderen ähnlichen Blättern über die körperliche Unzuträglichkeit der jüdischen Soldaten, über ihre