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Im deutschen Reich · 1902-08-01 · Heft 8 (August 1902) · p. 434

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 8 (August 1902)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1902-08-01
Page
434 (sequence 4)
Language
German
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434 Im deutschen Reich Volksgemeinschaft und Rassenverjchiedenheiteu gegeben hätte". Darüber müsse natürlich Jubel über Jubel den von Juden beeinflußten Blätterwald durchbranden. Von jolchem Jubel ist aber nichts bemerkt worden; wohl aber gab sich in weiten Kreisen Bewunderung für den hochgestellten Mann kund, der „mit guter Gesinnung und frischem Muth" eine Lanze für die gerechte Sache brach und muthig der Gefahr trotzte, von der großen Schaar der von Vorurtheilen Befangenen verkannt und von den Berufsantisemiten angepöbelt Zu werden. Mußte es diesen doch sofort klar sein, daß die Meinungsäußerung eines des besonderen Vertrauens des Kaisers gewürdigten und schon von dessen Vorfahren hochgeschätzten Heerführers nicht ganz ohne Einfluß auf die künftige Behandlung der jüdischen Soldaten seitens der militärischen Behörden bleiben kann. Sicher ist Generaloberst von Lo,' nicht der einzige hohe preußische Offizier, der sich sein Urtheil über die militärische Tüchtigkeit der jüdischen Soldaten nicht von den Antisemiten vorschreiben läßt, nicht der einzige, der den deutschen Soldaten jüdischen Bekenntnisses genau dieselbe Tüchtigkeit zutraut und die gleiche Anerkennung gönnt, wie den im Heeresdienste anderer Nationen sich bewährenden und die höchsten militärischen Stellungen erreichenden Juden. Aber er ist bis jetzt der einzige, der mit derselben Unerschrockenheit, mit welcher er die äußeren Feinde Deutschlands bekämpft hat, mit den schlimmsten inneren Feinden des Vaterlandes, den antisemitischen Aufwieglern, anzubinden wagt. Dies verdient Bewunderung, der in schlichten Worten Ausdruck zu geben, den Vertretern der größten Vereinigung deutscher Juden als Pflicht erschien. Der Vorstand des Central-Vereins richtete deshalb am 5>. Juli d. Js. an den Generaloberst von Loö in Bonn das nachstehende Schreiben: Ew. Excellenz haben in einer Zeit, in welcher besonders bejahrte deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, welche vor 32 Jahren freudig dem Rufe zu den Fahnen gefolgt sind, durch grundfalsche Urtheile über die Soldaten jüdischen Glaubens so häufig schmerzlich verletzt werden, kürzlich bei der Jubelfeier in Bonn Worte gesprochen, die von einer jetzt leider seltenen Vorurtheilslosigkeit und ernstem Gerechtigkeitsgefühl zeugen. Wenn jene Worte weite Kreise, welche den Nnsegen der „konfessionellen Zänkereien* erkennen und verabscheuen, sympathisch berührten, mußte diese Wirkung in besonders hohem Grade bei unserem mehr als 100000 deutsche Juden umfassenden Central-Vereine eintreten, der sich seit 9 Jahren erfolgreich bemüht, opferfreudige, vaterländische Gesinnung und unverbrüch-

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