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Im deutschen Reich · 1902-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1902) · p. 377

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1902)
Article
Berlin
Date
1902-06-01
Page
377 (sequence 12)
Language
German
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Korrespondenzen. 377 es sich um ein Bauwerk im Sinne des § 305 handle." — Die „Staatsbürger-Zeitung" knüpft an ihren Bericht über diese Verhandlung nachstehende Mittheilung: „In vorgerückter Stunde erhalten wir vom Grasen Puckler ans Kl.-Lschirne folgendes Schreiben: .Ich bitte folgenden Passus in Ihre Zeitung aufnehmen zu wollen: „Gleich nach der Sitzung habe ich dem Sanitätsrath I)r. Neumann eine Pistolenforderung übersandt, welche derselbe jedoch ausgeschlagen hat. Der Mann kann wohl anständige Leute beleidigen, hat jedoch nachher nicht den Mut, für diese seine Worte einzutreten. Ich erkläre daher den Dr. Neumann in Glogau öffentlich für einen. Graf Pückler-Klein-Tschirne." Die auspunktierten Schlußfolgerungen baben wir aus preßgejehlichen Gründen nicht gebracht." Diese bramarbasierende Erklärung des mit seiner Zumuthung an den 70 Jahr alten Sanitätsrath Neumann abgefallenen Grafen, deren Absicht trotz ihrer Verstümmelung in der ,,Staatsb.-Ztg." durchsichtig genug ist, erfährt noch dadurch eine besondere Beleuchtung, daß der bejahrte Arzt neben dem Eisernen Kreuz auch die Rettungsmedaille trägt. Dem Manne sollte doch der Graf, der vor einer Gerichtsverhandlung in die Schweiz flüchtete, Mangel an Muth nicht verwerfen. Einer Meldung des „Lpzg. Gen.-Anz." ans Glogan zufolge hat Graf Pückler übrigens auch dem Vorsitzenden des Gerichtshofes eine Forderung auf Pistolen zugesandt. Seitens des Gloganer Landrathsamtes soll die Unterbringung des Grafen Pückler zur Beobachtung in eine Irrenanstalt bei der Landesregierung beantragt worden fein. Dies würde der Ansicht mehrer Schweizer Blätter entsprechen, die sich in diesem Sinne über die Rede vom 6. Juni ziemlich drastisch äußern. Wenn Graf Pückler für jene Rede die volle Verantwortlichkeit zu übernehmen hätte, dürfte der von ihm des Giftmordversuchs beschuldigte Wirth des Gasthofs zum Löwen in Hauptweil, Jean Etter, der sich des besten Rufes erfreut, ihn zur Rechenschaft ziehen. Abzuwarten bleibt ferner, wie sich die beiden christlichen Bureauangestellten aus Hauptweil verhalten werden, mit denen Graf Pückler allein im Etter'schen Gasthofe am Tische saß, die von ihm für Juden gehalten und nachträglich in der famosen R--de der Anftistung zum Giftmorde beschuldigt worden sind. Die Kgl. Staatsanwaltschaft hat hier in Berlin bereits am 9. Juni Strafantrag gegen den Grafen Pückler wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten gestellt und außerdem die Beschlagnahme der unter seiner „preßgesetzlichen Verantwortlichkeit" erschienenen Eptra-Arrsgabe der ,, Staatsbürger-Ztg." angeordnet.

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