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Im deutschen Reich · 1902-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1902) · p. 342

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1902)
Article
Die bayrischen Parlamentarier jüdischen Glaubens
Date
1902-06-01
Page
342 (sequence 10)
Language
German
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342 Im deutschen Reick. Nachrichten": einen Nachfolger wird Frankenburger finden, einen Ersatz wird er nicht finden! Die imposante Trauerkundgebung der vielen, die von nah und fern and allen Schichten der Bevölkerung, darunter zahlreiche Abgeordnete und Deputationen zusammerrgeströmt waren, um dem um das Gemeinwohl hochverdienten Volksmanne die letzte Ehre zu erweisen, legte Zeugniß ab von der allgemeinen Anerkennung, die dem Lebenden wie dem Todten geworden. Abgesehen von den zahlreichen Nachrufen seiner näheren Parteifreunde, unter welchen Or. von Schauß und Pr. von Stauffenberg, die seine lautere deutsche Gesinnung, die hervorragenden Eigenschaften seines Geistes und Herzens rühmten, seien nur die Worte hervergehoben, mit denen Oberbürgermeister v. Stromer einen Kranz des Priruregenten Luitpold von Bayern an seinem Grabe niederlegte: „Dieser Auftrag" — sagte er — „überhebt mich der Aufgabe, all die vielen und hohen Verdienste unseres verstorbenen Mitbürgers und Vertreters zu schildern. Der allergnädigste Spender dieses Kranzes steht an der Stelle, wo er berufen ist, nur wahres Verdienst zu ehren und zu lohnen. Ich bin stolz darauf, mit diesem allerhöcvsten Aufträge betraut worden zu sein, unfern edlen Verstorbenen in dieser Weise ehren zu können." Gelegentlich der Feier, die bei Uebergabe eines von Freunden und Verehrern des Verstorbenen gestifteten Bildnisses an die Stadt zur Aufbewahrung desselben iu der Gallcrie des Rathhauses veranstaltet wurde, hielt der Pfarrer Kraußhold Namens der Schenkgebcr die Ansprache, während nach Wiedereröffnung der Abgeordnetenkammer der Präsident derselben dem Andenken Frankenburgers folgende Worte widmete: „Recht 'schmerzlich berührt hat uns alle der Tod des andern Kollegen, des Herrn I)r. Wolf Frankenburger, Justizrathes und Rechtsanwaltes in Nürnberg. Sein Scharfsinn, seine Rechtskcnntnisse, seine immer richtige staatsmännische Auffassung der Rechte und Pflichten eines Abgeordneten, sind nicht in diesem Saale allein, sondern auch weit außerhalb dieses Saales bekannt. Die verehrten Mitglieder unseres Finanzausschusses können beredtes Zeugnis; dafür ablegen, mit welchem unveränderten Fteiße, mit welcher Gewandtheit, mit welcher Thätigkeit er den Berathungen dieses Ausschusses beigewohnt hat. Nicht nur, daß ihm schwere und wichtige Referate übertragen waren, die er zu unser aller Freude aufs beste erledigte, er hat sich auch an allen Berathungen des Finanzausschusses jederzeit betheiligt, und dies that er auch dann noch, als schweres körperliches Leiden ihn belästigte, und wir mit Bedauern sehen mußten, wie während des Winters vom

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