Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1902)
- Article
- Ein Buch zur Abwehr [Rezension]
- Date
- 1902-06-01
- Page
- 326 (sequence 4)
- Language
- German
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326 Im deutschen Reich. (Religionsphilosophie auf geschichtlicher Grundlage), Nauweuhofs's (Religionsphilosophie), E. v. Hartmann's (Das religiöse Bewußtsein der Menschheit im Stufengang seiner Entwicklung), Schürer's (Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi), um gelegentlich auch Jülicher's „Gleichniyreden Jesu", Schnedermann's „Der israelitische Hintergrund in der Lehre des Apostels Paulus", Wendt's „Die Lehre Jesu", Biedermann's „Christliche Dogmatik", einen Aufsatz von Tön nies in der Wochenschrift „Die Zeit" und einen von Hardy, im „Archiv für Religionswissenschaft" sowie Lipsius und Reischle's Ansichten berichtigend zu streifen. Den übertreibenden Schilderungen der indischen Weisheit, deren Schöpfungen und religiöse Ideen Paul Deußen, der Uebersctzer von 60 Upanishads, des Veda und der Verfasser des „Systems der Vedanta" höher als diejenigen der Propheten Israels einschätzt, stellt Schreiner die Darlegungen Oldenberg's (die Religion des Veda) und Auszüge aus Pischel und Geldner's „Vedische Studien" gegenüber, um solche tendenziösen Uebertreibungen auf ihren wahren Werth zurückzuführen. Wenn von den Vertretern der Religionswissenschaft, die der Belehrung sich zugänglich erweisen, eine bessere Würdigung des Judenthums zu erwarten ist, so ist dies vergeblich von jenen Schriftstellern zu erhoffen, die in Schopenhauers Geleisen wandelnd und von diesem beeinflußt, mit einer gewissen Verbissenheit an ihren Vorrrrthecken gegen das Jndenthum hängen, und deren Urthcilc von einer gehässigen Gesinnung diktiert und bestimmt werden. Drei Bekämpften des Judenthums von diesem Schlage in jüngerer Zeit, die bei ihrer Stellung und ihrem Namen Beachtung finden, widmet Schreiner den zweiten Abschnitt seiner Schrift, um ihre Gedanken und Aeußerungen zur „Judenfrage" einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Dies sind 1. Paul de Lagarde, ein Gelehrter von.streng antisemitischer Färbung, dessen „Deutsche Schriften" voll von Ausfällen gegen Juden und das Judenthum sind, welch erstere er als „asiatische Heiden", letzteres als „abstrakten Götzendienst" gekennzeichnet wissen will; 2. Eduard v. Hartmann, der Philosoph des Unbewußten, der seine Ansichten in seinem „Das Judenthum in Gegenwart und Zuknifft" unter dem Einstusse Schopcnhauer's und Lägarde's gebildet hat. Rach Hartmann habe „das zur Einführung des Monotheismus auserwählte Volk mit der Genesis der beiden Techterreligionen seine weltgeschichtliche Mission, wenigstens auf weltgeschichtlichem Gebiete erfüllt", und er findet, daß die Zurücksetzung der Juden aus den Empfindungen „des Nationalgesühl.s und des Gerechtigkeitssinnes (!)" gerechtfertigt sei; 3. der Historiker Eduard Meyer, der sowohl in