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Im deutschen Reich · 1902-05-01 · Heft 5 (Mai 1902) · p. 278

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 5 (Mai 1902)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1902-05-01
Page
278 (sequence 8)
Language
German
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278 Fm deutschen Reich. frage auch keine andere Lösung für möglich halte, als mit Ellenbogen und Fäusten, Knütteln und Dreschflegeln. Hans von Mosch sagt dabei, daß er dem Grafen seine gewiß hoch anzuschlagende Achtung nicht versagt haben würde, wenn er die Bauern von Klein * Tschirne wie die Berliner Radau-Antisemiten zum Sturm geführt hätte. „Statt dessen", fährt dann der Großkophta des „Deutschen Volksbundes" fort, „erklärt der Mann vor Gericht, die Worte nur als eine symbolische Redeblume, nicht etwa im eigentlichen Sinne gebraucht zu haben. Und die Gerichte sprachen ihn frei, weil er offenbar nicht ernst zu nehmen und die Tragweite seiner Worte zu ermessen nicht im Stande sei. Tiefer konnte ein Führer des ernsten Freiheitskampfes unsere Sache nicht herabwürdigen, als durch ein solches „forsches" Auftreten und hinterher klägliches Kneifen, und Deuten. Er kehrt den „Grafen" heraus und prahlt damit, wie er einen Gensdarmen augeranzt habe, weil dieser ihn habe verhaften oder vor Gericht führen wollen, ihn, den „Herrn Grafen".' Und doch war der Gensdarm als Beamter und Diener des Rechts dem Grafen in dem Augenblicke über. Was er zuletzt gethan hat, ist nicht politischer Art, die Gefährdung eines Eisenbahnzuges und sein allerdings wohlbegründetes Entweichen ins Ausland, wie man sagt. Zur Kenn- Zeichnung des eigenartigen Mannes bietet freilich auch das einen sehr brauchbaren Beitrag. Solche Leute sind nicht ernst zu nehmen. Sie sollen uns also auch nicht au die Rockschöße gehängt werden." Das brauchen die Herren vom „Deutschen Volksbund" nicht zu sürchten. Graf Pückler ist von Herrn Wilhelm Bruhn so in Beschlag genommen worden, daß er für Herrn Hans von Mosch nichts übrig hat, trotzdem dieser ihn in Bezug auf Dreschflegelreden vielfach kopierte und in der drastischen Ausdrucksweise mitunter noch zu überbieten suchte. Wie sehr die Umgebung Bruhns den ehemaligen Amtsvorsteher von Klein-Tschirne vermißt, drückte sich deutlich in einem Artikel der „Staatsb.-Ztg." aus, welcher der Begrüßung des „Reformparteitages für den Osten Deutschlands" gewidmet war. Dort wurde gesagt: „Schon bangte Juda um seine Zukunft. Doch die Wogen der Erregung haben sich wieder gelegt, wenn auch die Begeisterung für die Ideale der antisemitischen Bewegung nur schlummert und zu ihrer Entfachung es nur einer Anregung bedarf." Zum „Anregen" nicht zum Führen sehnt diese Coterie wieder einen „Pückler" herbei und hofft ihn zu finden, da sie mit ziemlicher Zuversicht den Juden im kommenden Jahre Unheil weissagt, diese Erwartung mit einer Zusammenstellung der antisemitischen Ergebnisse der letzten Äahlen

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