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Im deutschen Reich · 1902-04-01 · Heft 4 (April 1902) · p. 206

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 4 (April 1902)
Article
Rechtsschutzbericht
Date
1902-04-01
Page
206 (sequence 7)
Language
German
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206 Im deutschen Reich. preußischen Minister die Grundanschauungen unserer Verfassung so ins Blut übergegangen sein, daß ein solcher Lapsus ihm überhaupt nicht passieren könnte? Wenn ich nunmehr zu Einzelheiten der Rechtsschutzthätigkeit übergehe, so betone ich, daß mein Bericht selbstverständlich nicht erschöpfend sein kann. Ein erschöpfender Bericht würde Tage erfordern. Ich will nur erwähnen, um Ihnen ein Bild von dem Umfange der Rechtsschutzthätigkeit zu geben, daß alljährlich etwa 100 Rechtsschutz-Aktenstücke angelegt werden, und diese Zahl giebt noch kein richtiges Bild von dem Umfange der Thätigkcit. Wir haben eine ganze Zahl altbewährter Stammkunden, die uns dauernd beschäftigen und dicke Aktenstöße allmählich bei uns ablagern. M. H., viel Neues werde ich den Meisten nicht bringen können. Unsere Zeitschrift ist ja glänzend geleitet und bringt das Meiste, was auf diesem Gebiete interessiert, und unsere Zeitschrift gehört glücklicher Weise zu den wenigen Zeitschriften, die nicht bloß gehalten, sondern auch gelesen werden. Man kann sie allmählich als eine der gelesensten deutschen Zeitschriften bezeichnen. Wenn ich aber auch nicht viel Neues bringen kann, so lohnt es sich doch, einen Rückblick zu halten. Grade ein solcher Rückblick ist geeignet, uns zu leitenden höheren Gesichtspunkten in den uns beschäftigenden Fragen zu führen. Erfreulich ist das Bild nicht, m. H., das ich Ihnen entrollen muß. Ich muß Sie — ich habe kaum ein anderes Bild — durch den Straßenkoth sichren. Sie muffen aber, wenigstens aus kurze Zeit, sich auch dieses gefallen lassen. - Sie werden von nu'r auch nicht verlangen, daß ich in jedem einzelnen Falle Ihnen besonders erwähne, wie unser Verein dabei thatig gewesen ist. Wir scheuen die Oeffentlichkeit nicht, wir haben an sich gar keinen Anlaß, irgend etwas zu verheimlichen. Wir wollen aber nicht mit dem protzen, was wir für unsere gute Sache gethan haben. Nur die Sache selbst kommt für uns in Betracht. Seien Sie versichert, m. H., wir sind überall auf dem Posten, entweder in der Weise, daß wir den von uns erbetenen Rath und unter Umständen auch die von uns erbetene That bereitwillig leisten, oder doch in der Weise, daß wir allen in Betracht kommenden Ereigniffen sorgsam folgen, um im gegebenen Moment berathend, unter Umständen auch warnend zur Seite zu treten. Wir stimmen keine Siegeshymnen an, wenn wir einen Erfolg haben, und wir erheben auch keine Klagelieder, wenn unsere Arbeit vergeblich ist. # Jeder sogenannte Erfolg ist ja eigentlich nur geeignet, uns tief traurig zu stimmen; denn das,

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