Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 4 (April 1902)
- Article
- Jahresbericht
- Date
- 1902-04-01
- Page
- 197 (sequence 5)
- Language
- German
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x^afjrcöbcvtd)!. 197 M. H., ich glaube, daß wir das rechte Gefühl haben, wenn wir meinen, daß diese Worte in gebildeten Kreisen auf Anders-, gläubige ihren Eindruck nicht verfehlen. Wir haben aus unfern Kreisen recht anerkennende Worte gehört und wir haben auch die Freude gehabt, in der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" in überaus freundlicher Weife deswegen belobt zu werden. Wir haben die Freude gehabt, in der Tagespresse, sowohl der uns wohlgesinnten als in der gegentheiligen, erwähnt zu werden. In den letzten Tagen sind Leitartikel über unsere Thesen erschienen, nicht nur in der hiesigen „Staatsbürger-Zeitung.", sondern auch in der Dresdener Zeitung „Deutsche Wacht," die sich natürlich mit unseren Thesen nicht einverstanden erklären konnten. Wir haben aber gerade daraus, daß wir den Beifall jener Herren nicht fanden, die Meinung gewonnen, daß wir das Richtige getroffen hatten. An diese Thätigkeit durch die Presse reihen sich dann unsere Vereinsversammlungen an. Sie erinnern sich, daß wir hier in Berlin eine Versammlung im vorigen Januar abgehalten haben, in der Herr Professor vr. Philippson über die Iudentaufen sprach. Im folgenden Monat sprach Herr vr. Eugen Fuchs über die jüngsten Judendcbatten im Abgeordnetenhause. Es fand dann in Posen eine Versammlung statt, zu deren Erfolg die Herren Assessor Jaffs, Rechtsanwalt Kirschner und Stadtvererdnetenvorstchcr vr. Landsberger wesentlich beitrugen. Es folgte in Berlin eine Gruppenversammlung mit Herrn vr. Elsaß aus Landsberg als Sprecher, der sich das Thema „Verurtheile" gewählt hatte. In Hamburg war unser Herr vr. Wiesenthal thätig, indem er in einer Vcrsannnlung das Thema erörterte.- „Wie können und sollen wir uns gegen den Antisemitismus wehren?" Das erfreuliche Resultat dieser Versammlung war, daß uns in Hamburg, wo wir bis dahin schwer Boden fassen konnten, 200 Mitglieder aus einmal beitraten. In Berlin folgte dann eine Versammlung, in der Herr vr. Franz Oppenheimer sich über die genossenschaftliche Kolonisation im Dienste der osteuropäischen Juden verbreitete. Im Juni hielten wie eine akademische Versammlung ab mit dem Sprecher Herrn vr. Horwitz, der das Thema „Studententhum und Centralverein" erörtert hat. Schließlich hat dann im vorigen Jahr noch am 24. Oktober eine Versammlung stattgesunden, in welcherHerr vr. Horwitz über das Thema „Könitz" sprach und der hiesige Universitäts- Professor vr. v, Liszt über die Bedenklichkeit des Zeugenbeweises im Strafverfahren sehr interessante Darlegungen gab. Auch das begonnene Kalenderjahr weist bereits vor der heutigen eine Versammlung