Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 4 (April 1902)
- Article
- Jahresbericht
- Date
- 1902-04-01
- Page
- 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahresbericht- 195 unserem Herrn Generalsekretär zu danken, daß derartige Rückstände niemals zu verzeichnen waren. Neben der Bewältigung dieses schriftlichen Verkehrs lag dem Bureau auch die Expedition unserer Zeitschrift ob, die in einer Auflage von über llOoö Exemplaren allmonatlich besorgt werden soll. M. H., abgesehen von der Zusammenstellung und der Herstellung einer solchen Zeitschrist hat die Expedition ihre sehr große Schwierigkeiten, und wir können es nur lobend anerkennen, daß diese Expedition sich stets in zwei Tagen abgewickelt hat, unter Zuhilfenahme von weiblichen Hilfskräften, die sich ebenfalls bewährt haben. Dieses Vereinsorgan „Im deutschen Reiche hat, wie wir zu bemerken glauben, im Laufe der Zeit eine immer größere Beachtung gesunden. Wir haben früher kaum einmal beobachtet, daß in der uns befreundeten Presse oder in der gegnerischen Presse davon Notiz genommen wurde. Neuerdings wiederholen sich Anfragen und Hinweise, und insbesondere ist zu bemerken, daß von unseren Lesern ein regelmäßiger Verkehr mit der Zeitschrift unterhalten wird, wie- Sie z. B. aus dem Briefkasten ersehen, und wie sich weiter daraus crgicbt, daß die Anfrage nach einzelnen Nummern in erfreulicher Weise sich stetig vermehrt. Der Centralverein hat sich aber nicht daraus beschränkt, diese periodischen Druckschriften in die Ocffentlichkeit zu bringen. Wir sind auch, wie in früheren Jahren mit besonders ausgearbeitctcn Broschüren oder anderen Drucksachen herausgetreten, und zwar zunächst mit einer Broschüre „An das Gewissen des deutschen Volkes" betitelt, die in einer großen Anzahl von Exemplaren verbreitet werden ist und Beifall gefunden zu haben scheint. Ueber Erwarten große Aufmerksamkeit hat unsere kleine Veröffentlichung erregt, die wir in unserer Zeitschrift schon ankündigten und welche die lieberschrift führt: „Leitsätze für deutsche Juden". Seine Entstehung verdankt dieses kleine Druckwerk der Anregung eines unserer auswärtigen Mitglieder, das sich in amtlicher Stellung in einer Mittelstadt befindet und es schmerzlich entbehrte, daß man nicht ein kurzes, packendes Druckwerk zur Hand habe, um cs in gegnerischen und besonders in solchen Kreisen zu verbreiten, welche der Seuche des Antisemitismus noch nicht auhcimgefallen waren. Er meinte, rs bedürfe häufig nur eines Auftüttelns, um die anständigen, gebildeten Kreise, insbesondere die Kreise der sogenannten Honoratioren in kleineren Orten, auf die Gefahren hinzuweisen, die dadurch herbeigeführt werden könnten, daß der jetzt so sehr verbreitete Radauantisemitismus!lch dort einnistet. Ern Erinnern an die bürgerlichen Pflichten sei