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Im deutschen Reich · 1902-03-01 · Heft 3 (März 1902) · p. 168

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 3 (März 1902)
Article
Berlin
Date
1902-03-01
Page
168 (sequence 7)
Language
German
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168 Im deutschen Reich. Nunmehr nimmt der Privatklägcr die Privatklage zurück. — Schiller war bekanntlich ein den Antisemiten besonders verhaßter Reporter in der Konitzer Mordaffäre." — Außerdem hat das Antisemitenblatt folgende Berichtigung veröffentlicht: „Die Herren Aronheim u. Cohn in Stettin ersuchen uns gemäß 8 H des Reichs-Prehgesetzes, folgende Berichtigung in der gesetzlich vorgeschriebenen Form zu veröffentlichen: „Es ist nicht wahr, daß wir seit Neujahr d. I. einen Inventurausverkauf veranstaltet haben, obwohl wir unser Saarenhaus erst kurz nach November v. I. eröffnet haben. Es ist vielmehr wahr, daß wir unser Geschäft bereits seit 14 Jahren betreiben." — Daran wird die lahme Bemerkung geknüpft: „Es ist in dem Artikel „Ausverkaufs-Reklame" in Nr. 67 unserer Zeitung nicht bestritten, daß die Herren Aronheim u. Cohn seit 14 Jahren ein Geschäst betreiben, sondern nur gesagt, daß die Herren seit Mitte November v. I. ein Waarenhaus eröffnet haben." — Aus Namslau hatte das edle Blatt berichtet, die Ausbesserung des Thurms der dortigen katholischen Kirche fei dem einzigen vorhandenen jüdischen Klempner übertragen worden, weil er der Mindeftfordernde gewesen sei. Die Kirchenräthe müßten über das Denkmal Nachdenken, welches sich der jüdische Meister bei der Ausführung dieser Arbeit gesetzt habe. Bald darauf mußte das Blatt eine Mittheilung des Kirchenvorstehers Faltin in Namslau aufnehmen, die Nachricht sei unzutreffend, da die Arbeiten von einem christlichen Klempner ausgeführt worden seien. Außerdem ging der „Staatsbürger-Ztg." folgende Berichtigung zu: „JnNr.93der„Staa1sbürger-Ztg." befindet sich ein Artikel „Ein jüdischer Klempner in Namslau", welcher, da ich der einzige jüdische Klempner am hiesigen Orte bin, nur auf mich Bezug haben kann In diesem Artikel wird die Wahrheit völlig auf den Kopf gestellt, wie man dies ja von Seiten der antisemitischen Presse nicht anders erwarten kann. Der Gewährsmann, welcher diesen völlig aus der Luft gegriffenen, erlogenen und erdichteten Bericht über mich der Redaktion der „Staatsbürger-Ztg." zugehen ließ, hat offenbar nur dazu beitragen wellen, mir im Geschäft Schaden zuzufügen, weil es ihm bis jetzt nicht gelungen ist, sowohl in der Ausführung wie in der Lieferung den von mir bis jetzt gelieferten Arbeiten nachzukommen. Ich schäme mich nicht, bin vielmehr stolz darauf, daß ich als jüdischer Klempner so fleißig und unermüdlich thätig war, daß das unbegrenzte Vertrauen, welches der Gewährsmann nicht besitzt, von Seiten meines sehr umfangreichen Kundenkreises gerade mir übertragen wurde. Ich werde mich trotz besagten Schmähartikels nicht irre führen lassen, sondern nach wie vor durch Fleiß und Mühe meine Pflicht und Schuldigkeit

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