Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-02-01
- Page
- 119 (sequence 9)
- Language
- German
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VeremsnachrichLen- 119 Pückler eiugeleiLete Untersuchung wegen Beleidigung der Richter, über die von Hans von Mosch in Breslau gehaltene Kaudidaten- Rede, welche in drastischer Nachahmung Pückler's mit Dreschflegel- Tiraden gewürzt gewesen, über einen Artikel in der „Deutschen Hochwacht", Ln welcher die Aussicht auf Prügeleien als „beruhigend" bezeichnet wurde u. a. m. Am Schlüsse der Mittheilungen streifte der Redner das wechselnde Schicksal des antisemitiicben Antrags Heim in beiden bayerischen Kammern und das rühmenswerthe Verhalten der bayerischen Prinzen angesichts der Entgleisung eines ansehnlichen Theils der Centrumsmitglieder, sowie die Anerkennung, welche von ministerieller Seite bei dieser Gelegenheit den jüdischen Justizbeamten in Bayern gezollt wurde. Der Redner schöpfte daraus die Hoffnung, daß es sich nur um einen vorübergehenden Einbruch einer antisemitischen Strömung in Bayern handle, und daß auch anderwärts und überall diese Strömung mit der Zeit verschwinden und die gerechte Sache den Sieg davontragen werde. Nach diesen wiederholt von Verfall unterbrochenen Mittherlungen wurde, da sich Niemand zum Worte meldete, die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. A. L. Die alljährlich satzungsmäßig in dieser Zeit abzuhaltende Mitglieder - Versammlung findet Montag, den 24. Februar, abends 8V2 Hbr, in dem Saale des „Vereins junger Kaufleute", Berlin SW., Beuthstraße 19, statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Jahresbericht, erstattet durch Herrn Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz. 2. Rechtsschutzbericht, erstattet durch Herrn Rechtsanwalt!)r. Brodnitz. 3. Vorstandsmahlen. 4. Diskussion. Vor kurzer Zeit brachte die „Staatsbürger-Zeitung" die Mit. theilung, daß dem hiesigen Magistrat eine Eingabe gegen Quälereien beim Schächten zugehen werde, deren sich angeblich christliche Schlächter schuldig machen sollen, indem sie, der bessern Ausblutung des Schlachtviehes wegen, statt der großen Schächtmesser kurze ungeeignete Schlachtmeffer verwenden, außerdem 0 bis 6 Thieren die Füße knebeln, die Thicre kopfüber aus einen Bock werfen, die Köpfe derselben zurückziehen und die mit Stricken gefesselten Thiere jo lange in qualvoll r Lage verharren lasten, bis der Schlächter, von. einem Rind zum andern gehend, die Schlachtung vollzogen hat. Tie Behauptung der „Staatsbürger-Zeitung", daß diese sich gegen das inrituelle Schächten richtende Eingabe „offenbar den Zweck habe, die ofsiziellen südlichen Schächter vor Coucurrcnz zu schützen", ist ebenso unbegründet wie die daran geknüpften, sich gegen die rituelle