Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-02-01
- Page
- 118 (sequence 8)
- Language
- German
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118 Im deutschen'Reich. feierte, habe der Vorstand unter der Voraussetzung der nachträglichen Genehmigung des Central-Vercins diesem hochverdienten Manne die erste Chreumitgliedschaft des Central - Vereins verliehen und dem Jubilar gleichzeitig ein künstlerisch ausgestattetes Diplom darüber überreichen lassen. Die statutenmäßig erforderliche Genehmigung der Versammlung wurde nach dieser mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Mittheilung einstimmig ertheilt und damit die erste Ehrenmirgliedschast nie bestätigt. Der Vorsitzende berichtete hierauf über das weitere erfreuliche Wachsthum der Mitgliederzahl des Vereins, dem erst tn den Letzten Tagen wiederum allein aus Gleiwitz 43 neue Mitglieder angemeldet wurden, und dem sich bis jetzt im Ganzen 86 jüdische Gemeinden corporativ angeschlossen haben. Mit der Vergrößerung der Mitgliederzahl hätten sich aber auch die an den Verein gestalten Anforderungen gesteigert, während die Vergrößerung der Einnahmen in Folge des allgemeinen geschäftlichen Rothstandes damit nicht gleichen Schritt gehalten habe. Hocherfreulich sei aber die in weiten Kreisen kundgegebene Theilnahme an den Vereinsbestrcbungen und die demselben häufig gezollte Anerkennung. lieber die umfangreiche Thätigkeit der Rechtsschutz - Commission werde später ein umfassender Bericht erstattet werden. In weiteren Mittherlungen berührte der Redner verschiedene Rcchtssälle der neueren Zeit, mit welchen der Verein nichts direkt zu thun hatte, die aber für denselben entschieden von Interesse wären, u. a. die mit 30 Mark Geldstrafe gesühnte Beleidigung des Pfarrers Krejel! in Klorin durch den christlichen Dichter Timme in Hamburg und die von dein Stargardcr Schöffengericht in verschiedenen Eingaben des Kaufmanns Landecker gefundenen Beleidigungen desselben Pfarrers, welche mit 50 Mark Geldstrafe gesühnt wurden. Bezüglich des Prozesses Dr. Giese c/a Redakteur Klausner erklärte der Redner, sich, wie stets m schwebenden Rechtssachen, des Urtheils zu enthalten; erdrückte aber die Hoffnung aus, daß in zweiter Instanz die Angelegenheit einen anderen Ausgang als in der ersten ncbmen werde, nachdem auch in der christlichen Presse das schöffeugerichtliche Ilrtheil als unhaltbar bezeichnet worden sei. Cs folgten weitere Mittheilungen, u. A. über die vereitelte Ritnalmord-Auzettelung eines bisher leider unbekannt gebliebenen Antisemiten in Strehlen i. Schlcs., über eine an Gerichtsstelle abgegebene Crksärung des erfahrenen Kriminalkommissars Braun, die Einwirkung der „Staatsbürger Zeitung" in der Konitzer Affaire betreffend, bei welcher die Arbeit der berufenen Untersuchungsbehörde vielfach durch die antisemitischen Quertreibereien gehemmt worden sei, ferner über die neuerdings gegen den Grafen