Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-02-01
- Page
- 117 (sequence 7)
- Language
- German
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BereinsnachrichLen. 117 und verlangen wir. Ueber den beschaulichen jüdischen Denker Spinoza hinaus müssen aber die deutschen Juden mit dem deutschen, zur That anregenden Dichter Goethe gehen, wenn sie den Kampf mit dem Unrecht, dem Bösen, siegreich bestehen wollen, denn nur dann gilt für uns und von uns der Gesang der Engel im Faust: Gerettet ist das edle Glied Der Geisterwclt vom Bösen, Wer immer strebend sich bemüht, Den können wir erlösen. „In der Kette der Menschheit ist das Judenthum ein edles Glied, das vom Bösen, von der Ungerechtigkeit bedroht, weder auf fein Heiligstes, ans sein Recht, verzichten, noch bei Theoricen allein stehen bleiben darf. „Strebend sich bemühen", jeder an seiner Stelle, jeder in seinem Wirkungskreise, für das Neckt in heißem Bemühen das ist jetzt mehr als je die Pflicht des Juden. Im Norden wie im Süden des deutschen Reiches wollen wir alle gemeinsam arbeiten, daß wir erlöst werden vom „Bösen", denn der Sieg der Gerechtigkeit ist ein Segen für das Vaterland und für das Judenthum. Unser Central - Verein hat sich rühmlich bemüht, ein solches Zusammenwirken aller Kräfte zu schaffen; wer in solcher Gemeinsamkeit „sich strebend bemüht", der hilft mit zur Erlösung. So wollen wir edle Ideen in eN'e Thaten umfetzen'^. Am Schlüsse dieses 1 l/2 stündigen freien Vortrages gab sich die durch denselben geweckte Begeisterung der auf über 800 Personen geschätzten Zuhörerschaft durch stürmischen, langanhaltcnden Beifall kund, dessen Wogen sich erst legten, als der Vorsitzende, Herr Dr. ^)L Herrn i tz. dem Vortragenden im Namen des Vorstandes und der Versamlung für seine bilderreichen und doch so faßlichen belehrenden Ausführungen den herzlichsten Dank ausdrückte und die Anwesenden veranlagte, diesem Danke durch Erheben von den Sitzen weiteren Ansdruck zu verleihen. Nach einer kurzen Pause ging Herr Ur. Horwitz zu den „geschäftlichen Mittheilungm" über, zu welchen, wie der Herr Vorsitzende ausführte, der Vortragende selbst die Brücke geschlagen habe; denn ihm sowie den Herren Geh. Hosrarh Josephthal in Nürnberg und Rabbiner Dr. Neubürger Ln Fürth danke der Central-- Vcrein den corporativen Beitntt des „Bayerischen Landesvereins", so daß der Central-Verein jetzt mit Stolz künden dürfe, daß sämmtliche Juden in Bayern seine Mitglieder seien. Als Herr Geheimrath Josephthal, der ebenso wie Herr Dr. Werner als Mitglied des Central-Vereins-Vorstandes sich um den Verein große Verdienste erworben hat, am 8. September v. I. seinen siebzigsten Geburtstag