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Im deutschen Reich · 1902-02-01 · Heft 2 (Februar 1902) · p. 98

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
8 (1902)
Issue
Heft 2 (Februar 1902)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1902-02-01
Page
98 (sequence 8)
Language
German
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98 Im deutschen' Mich. jenes in der gewissenlosesten Weise dadurch schädigen, daß sie Deutsche gegen Deutsche Hetzen. Derselbe Herr Wilhelm Brnhu, der vor nicht langer Zeit bei einer Stichwahl seine Gesinnungsgenossen aufforderte, für den polnischen Kandidaten zu stlmmen, hatte die Stirn, in einer Versammlung des „Deutschen Antisemitcnbundes" am 30. Januar eine Resolution folgenden Inhalts zu befürworten „Die heute in der „Tonhalle" versammelten deutschen Männer und Frauen sprechen der preußischen Staatsregierung zu ihrer Stellung in der Ostmarkenfrage ihre vollste Zustimmung aus. Gleichzeitig geben sie ihrer Anschauung Ansdruck, daß neben der polnischen Agitation das verderbliche Treiben des Judenthums in der Ostmark die volle Aufmerksamkeit der Staatsregierung erfordert, und daß diese geeignete Mittel ergreifen muß, das Deustchthum. gegen diese Feinde deutschen Volkswohlstandes und deutsch-nationaler Gesinnung zu schützen." — Der Führer des „Ostmarkenvereins" H. v. Tiedemann- Secheim, der wohl in der Lage ist, ein Urthcil über die Verhältnisse im Osten des deutschen Reiches zu fällen, veröffentlichte fast unmittelbar daraus in der „Posener Ztg." eine Erklärung, in der er sagt: „Von jeher habe ich den Standpunkt öffentlich vertreten, daß man einerseits von unseren jüdischen Mitbürgern ein offenes Bekenntniß zur deutschen Sacke verlangen, ihnen andererseits aber auch ehrlich eine gleichberechtigte Stellung einräumen soll. — In der Provinz Posen Antisemitismus treiben heißt nichts anderes, als mit sehenden Augen einen Theil des Bürgerthums von der deutschen Partei absprengen!" Die agrarische „Deutsche Tageszeitung" hat sofort die Partei derer genommen, die nach den Worten Pücklers „jahraus jahrein Deutsche gegen Deutsche Hetzen", und dem Ostmarkenvcrein prophezeit, daß, wenn er dies mißbillige, er nichts dem wahren Deutschihum (soll heißen: dem der Agrarier und Antisemiten) dauernd Förderliches werde erreichen können. Die „Voss. Ztg." sprach sich deshalb scharf aber treffend über „die bündlerijche Anschauung von dem gleichen Rechte der verschiedenen Bekenntnisse in einem neuen Staate" aus und berührte damit auch den springenden Punkt der Angelegenheit, den selbst die Erklärung des Herrn v. Tiedemann vermissen läßt. Ucber -diese äußerten sich die „Posener Neuesten Nachrichten" wie folgt: „Um sich nur aus Utilitätsrücksichten zum Vorspann für politische Bestrebungen gebrauchen zu lassen, dazu dürsten unsere israelitischen Mitbürger doch zu feinfühlig sein, und ihre nationale Politik ist jedenfalls auch in dieser Frage von allgemein nationalen, nicht von lokalen Gesichtspunkten bedingt. Bisher ist weder im Reichtsage noch im Landtage oder an sonst bemerkbarer

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