Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 8 (1902)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1902)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1902-01-01
- Page
- 29 (sequence 5)
- Language
- German
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IlwschuU- 29 daß zehn antisemitische Abgeordnete sich in vier Parteien spalten; keiner gönne dem anderen einen Brocken; es sei wahrlich zürn Mnthloswerden. Zn allen Parteien seien kahle Partei-Interessen, nicht große Gesichtspunkte maßgebend, ohne Ideale, ohne Interesse für das Ganze. Er wolle Vergessenheit decken über frühere Mißgriffe und Zwistigkeiten in der „Partei", denn die jetzige Zeit übertreffe alles bisher Dagewesene. Zur Zeit sorgten die Quertreibereien eines Bruhn dafür, daß eine Einigung der antisemitisch Gesonnenen unmöglich werde. Dieser Mann, der durch das Geld seines Schwiegervaters an die Spitze eines Zeitungsunternehmens gelangt, bilde sich zum Parteipascha aus, und merkwürdigerweise fügten sich die anderen. Der Herausgeber der „Deutschen Wacht", Qswald Zimmermann, verwahrte sich sofort scharf gegen die Behauptung, daß auch für die „Deutschscciale Reformpartei" nicht große Gesichtspunkte, sondern nur kahle Partei-Interessen maßgebend seien. Herr Zimmermann schrieb dabei, „weiter könne der llnfehlbarkeitsdünkel nicht getrieben werden als mit der Anmaßung, daß der Volksbund des Herrn von Mosch ein Patent auf das alleinige „richtige Wanzenmittel" (nach einem Ausdruck Bismarcks) besitze". Aehnlich vertheidigte die „Staatsbürger-Zeitung" ihren Herausgeber gegen die ihm vom Abg.!)r. Böckel gemachten Vorwürfe; über die persönlichen Anwürfe schreite Herr Bruhn gehobenen Fußes hinweg. Zunächst revozierte auch die „Hochwacht", indem sie erklärte, Böckels Aeußcrungen seien nicht für die breite Oeffentlichtcit bestimmt gewesen, wenige Tage sväter erneute sie aber ihre Angriffe gegen den von ihr als „Ueberläufcr" bezeichnten Herausgeber der „Staatsbürger-Zeitung" und knüpfte an einen Bericht über das Wachsthum des „Deutschen Volksbundes" die freundliche Bemerkung: „Hoffen wir nur, daß an die Spitze unseres Bundes nicht auch einmal Männer ä. la Bruhn, der sich noch vor 4 fahren um ein freisinniges Stadtverordneten- Mandat in Weißensee bewarb, gelangen können!" Das Organ Brnhns vergalt diese unliebsame Erinnerung durch verschiedene Sticheleien gegen einzelne Spitzen des Volksbnndes, insbesondere gegen Zoh. Wilberg. Es schrieb bei Gelegenheit der Stichwahl in Schweinitz-Wittenberg: „Der konservative Wahlausschuß hat sich manche Kräfte bei der Stichwahl verschrieben, die besser in Berlin geblieben wären. So sind wir z. B. erstaunt, aus dem „Berl. T." zu entnehmen, daß auch Herr Joh. Wilberg eine Kunstvorstellung in Wittenberg-Schweinitz gegeben hat." Daß derselbe Herr Johannes Wilberg bis vor gar nicht so langer Zeit dem Redaktionsverbande der „ Staatsbürger - Zeitung n