Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1901)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1901-12-01
- Page
- 674 (sequence 9)
- Language
- German
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674 Im deutschen Reich. „Unsere Leser wissen, daß sich um den Knochen Stettin Zwei Hunde streiten: Herr Bruhn mit seinen Berliner Reformern und Herr i\ Mosch mit seinen Berliner Volksbündlern. .Nun halte die Bruhn'sche Richtung in Stettin im Reichsadler eine Protestkundgebung -gegen Chamberlain einberufen. „Höchstbefremdlichcrweise", so klagt die Reformerpresse, „hielten die Mitglieder des Mosch'schen Dolksbundes es für angebracht, den Versuch zu machen, diese Kundgebung für die deutsche Kriegsehre zu hintertreiben: Der „Freischöffe" Sepke ersuchte wiederholt dem Wirth unter direkter Drohung mit geschäftlicher Schädigung, wortbrüchig zu werden und den Saal in letzter Stunde zu verweigern. Herr Maaß lehnte als braver deutscher Mann ein solches Ansinnen selbstverständlich ab." Die Herren Bruhn, Bindewald und Böckler hielten nun ihre Versammlung ab. „Nach der Versammlung fand eine längere Nachsitzung statt, zu der sich eine große Anzahl der Teilnehmer im Nebensaale einfand. Leider wurde dieselbe zum Schluß in grober Weise gestört, da sich eine Gruppe von Mitgliedern des Mosch'scheu Volksbundes, nachdem mau stundenlang friedlich zusammengesessen hatte, plötzlich so ungebührlich betrug, daß die Kellner, um Ruhe zu schaffen, Zugriffen, und die Mosch'scheu „Freischöffen", „Schöffen", Bundes- und sonstigen Brüder einzeln aus dem Saale warfen. Oha!" Dasselbe Hamburger Antisemitenblatt machte sich darüber lustig, .daß das Organ der Vclksbündler, die „Deutsche Hochwacht", den Mißerfolg bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen als eine Niederlage der. Konservativen darstellte und behauptete, daß die Antisemiten dieselbe vorausgesehen und sich weise zurückgchaltcu hätten. Das „Deutsche Blatt" schreibtdarüber: „Die Antisemiten haben sich nicht zurückgehalteu, weder die Reformer noch die Voltsbündler. Wie wir in Nr. 63 des „D. Bl." der „Staatsb. Ztg." wörtlich entnahmen, bestand die Bürgerpartei, die jetzt etwas schadenfroh als „die Konservatjven" bezeichnet wird, aus den Vorständen der „nationalen Vereinigungen Berlins", welche beschlossen, „den Kampf gegen die jüdisch-demokratische Kiiqueuwirtschaft des Berliner Rothen Hauses in entschiedener Weise aufzunehmen". Den Wahlausschuß der Bürgerpartei bildeten die Herren Rechtsanwalt Ulrich (früher gemeinsamer Stadtverordneter der Antisemiten und Coujervativen), Verleger Bruhn von der „Staatsb.-Ztg.", Redakteur von Mosch (welcher die „Hochwacht", die oben alle diese Leute als „die Konservativen" bezeichnet, verantwortlich zeichnet!!), Kaufmann Pelz, Gärtner Behreno. Zahnarzt Strumpf (Vors. d. Berliner Wahlvereins der deutschst.