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Im deutschen Reich · 1901-12-01 · Heft 12 (Dezember 1901) · p. 652

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 12 (Dezember 1901)
Article
Die Anstellung von Staatsbürgern jüdischen Glaubens im Staatsdienste
Date
1901-12-01
Page
652 (sequence 2)
Language
German
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652 Im deutschen Reich. „daß den''Angehörigen des jüdischen Bekenntnisses in Bezug aus (Er. langnng von Staatsämtern im Großherzogthum die gleiche Stellung zukommt, wie den Angehörigen anderer Bekenntnisse". Die Kamme!- nahm darauf eine Resolution an, in welcher die Erwartung auogedrückt wurde, daß bei der Beamtenanstellung prinzipiell der Standpunkt der religiösen Gleichberechtigung gewahrt bleibe. Während im hessischen Landtage die Erörterung der Beamtenanstcllung durch eine Petition von jüdischer Seite angeregt worden war, gelangte dieselbe Angelegenheit im bayerischen Landtage dadurch zur Verhandlung, daß ein Mitglied des. Centrums,' der Abg. Heim, im Vereine mit mehreren seiner Parteigenossen und einigen Bauernbündlern im Finanzausschüsse des bayerischen Landtages den Antrag stellte, die Staatsregierung auszufordern, Juden im Justiz^ dienst nur in einer dem Verhältnis; der jüdischen Bevölkerung zur Gesammtbevölkerung, entsprechenden Anzahl anzustellen. Dieser Antrag gelangte in der Ausjchußsitzuug vom 14. November zur Berathung. Ueber diese Sitzung entnehmen wir der „Augsburg. Abendztg." folgenden interessanten Bericht: „Abg. I)r. Heim: Er wolle nicht in gesetzmäßige Be. stimmungen eingrcifen, sondern nur eine Verwaltungsmaßnahme anregen. Er wünsche eine Mittheilung über die Zahl der: Israeliten im Justizdienste. Beschwerliche werde empfunden, daß die Israeliten aus bestimmten Gründen nur.bei größeren, Gerichten angestellt werden. Die Christen seien oft unangenehm berührt, wenn sie vor einem jüdischen Richter z. B. einen Eid ablegen müssen. (Er erzählt einen Fall, in dem er selbst von einem jüdischen Richter zurechtgewiescn wurde). Er weste die Juden nicht total verdrängen, aber aus die Verhältnißzahl beschränken. Minister I)r. v. Leonrod erinnert an das. ausschließliche Recht der Krone, die Beamten zu ernennen. Er fasse den Antrag Heim nur als Wunsch ans. Wir -haben als. jüdische. Richter 3 Obcrlandesgerichtsräthe, 13 Landesgerichts'-, räche, 1 Oberamtsrichter und 14 Amtsrichter, 1 Staatsanwalt bei einem Oberlandesgerichte, 4 II. Staatsanwälte, 5.III.-Staatsanwälte, . 3. Landesgerichtosekretäre, 4 Amtsgerichtsselretäre,. 3 Notare, - 50 Rechtspraktikanten und. Anwälte,, die' auf den Staatsdienst aspirieren. Von 845 RechLsanwälten seien.. 152 israelitischer Religion... Er., mache auf. das Reichsgesetz, über b.ie Gleichberechtigung der, Konfessionen auf-, merksam.. Das müsse er beachten. Darnach könne, israelitischen. Rechtspracticanten. der Eintritt Ln den Justizdienst nichy

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