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Im deutschen Reich · 1901-11-01 · Heft 11 (November 1901) · p. 649

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 11 (November 1901)
Article
The Jewish Encyclopedia [Rezension]
Date
1901-11-01
Page
649 (sequence 3)
Language
German
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Bücherschau. 6 4y ließen Mitteln unternommenen Versuche sind mehr oder weniger mißlungen und keine Großthaten geworden. Da trat vor etwa 10 Jahren ein Mann auf, der nickt bloß eine schöne Idee hatte, sondern auch die Energie des Willens, von keinem Bedenken sick einschüchtern Zu lasten und vor keiner Schwierigkeit zurückzus ^recken. Dr. Isidor Singer, ehemals Sekretär beim französischen Botschafter in Wien, dem er später nach Paris nachfolgte, war vor etwa 10 Jahren ein ziemlich unbekannter Mann. Kein Wunder, daß Or. S. in den Hauptstädten Europas für seine schöne Idee schöne Worte fand, nichts als Worte, aber nicht jene bekannten drei Dinge, die man nicht bloß zum Kriegführen nöthig hat. Da entschloß sich I)r. S. vor 4 Jahren, fcen Staub der alten Welt von seinen Füßen zu schütteln und zum Wandcrstab Zu greifen, oder vielmehr von den geschwellten Segeln seiner Hoffnungen. und Erwartungen über das große Wasser sich tragen zu lassen? In New Bork, obwohl der Landessprache nicht kundig und für seinen Unterhalt auf Privatunter-; riebt angewiesen, leuchtete ihm ein günstiger Stern, dort führte ein Zufall ihn in das große christliche Verlagshaus von Funk L Wagnalls Company, das nach längeren Verhandlungen und Vorarbeiten srck entschloß, für die Verwirklichung der schönen Idee einer ..Jewish Encyclopcdia“ ein Vermögen zu notieren, und nunmehr einen ersten Band derselben hat erscheinen lasten, der schon in topographischer Beziehung eine Glanzleistung genannt zu werden verdient. Was will die Euryclopedia“? Darüber sprechen sich die Herausgeber in einer von großen Gesichtspunkten geleiteten Vorrede folgendermaßen aus: Sie will in svstematiscker, zusammenfaffender und doch knapper Form eine volle und genaue Neckenschaft geben über die Geschickte und Literatur, über das gesellschaftliche und geistige Leben des jüd. Volkes, über seine ethischen und religiösen Ansichten, seine Sitten rmd Gebräuche, seine Ueberlieferungen zu allen Zeiten und in allen Ländern. Sie bietet ferner eine genaue biographische Darstellung aller Vertreter des jüd. Stammes, die sich aus irgend einem Pfade des Lebens ausgezeichnet haben. Sie will endlich Licht un-breiten über die einander folgenden Phasen des Judenthums, genaue Information geben über die Thätigkeit der Juden in allen Zweigen menschlicher Unternehmungen, sie will ihren Einfluß aus die mannigfache Entwickelung des menschlichen Geistes nackweisen Zand ihre wechselseitigen Beziehungen mit den umgebenden Religionen und Völkern beschreiben. — Mrt einem Worte, sie will alles sein in allem: ein Lehrer und Führer, ein Handbuch und eine Bibliothek für Gelehrte und Ungelehrte, für Wissende und Unwissende. Daß sie das

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