Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 11 (November 1901)
- Article
- Konitz
- Date
- 1901-11-01
- Page
- 596 (sequence 26)
- Language
- German
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596 An deulschen i)icicl>- und der Staatsanwalt Settegast gewann ans dem Ergebnisse der Verhandlung die Ueberzeugung von der Schuld des Jsraelski und konnte 5 Jahre Gefängnis) gegen den Mann beantragen! Herr Staatsanwalt Settegast war cö auch, der in seinem Plaidoyer diesen Mord nlit dem angeblich gleichen Morde in Sturz in Verbindung gebracht hat, allerdings darin Lediglich Herrn Sanitätsrath Müller folgend, der bei seiner Vernehmung in Ponitz auch ganz spontan, ohne das; ein Anlaß vorhanden war, erwähnte, er müsse bemerken, daß dieser Mord in ganz gleicher Weise ausgeführt worden sei, wie der in Sturz. Allerdings haben wir gesehen, daß er selber nicht einmal wußte, w i e der Mord in Könitz vorgenommen war! Zu erwähnen ist auch, — wenn man von Beamten, die in bemerkenswerther Weise antisemitisch operiert haben, spricht — der Herr Oberlehrer Meyer, der als Obmann der Geschworenen im Masloff-Prozeß sich eines Tages erhob und Wann ns der Geschworenen erklärte, diese fühlten sich in ihrem religiösen Empfinden verletzt, weil wiederholt jüdsiche Zeugen, die vernommen worden seien, christliche Zeugen beleidigt hätten, ohne daß das vom Gerichtotische aus gerügt worden sei. Die Beleidigung bestand darin, daß jüdische Zeugen bestimmte Bekundungen von Christen als „Lüge" bezeichnet hatten. Daß die Juden diesen Ausdruck etwa wider besseres Wissen gewählt oder mit ihm nick! das Richtige getrosten hatten, war nicht festgesiellt worden, aber das „religiöse" Gefühl des Herrn Oberlehrers Meyer war Juden gegenüber so fein ausgebildet, daß er dem Vorsitzenden den Vorwurf machte, den christlichen Zeugen ungenügenden Schlitz gewährt zu haben. Iw möchte wohl umgekehrt keinem jüdischen Geschworenen rathen, sich aufzniichten und den Präsidenten des Gerichtshofes zu coramieren, daß er 'Angehörigkeiten geduldet habe, obne einzuschreiten — ich glaube, dem Geschworenen könnte leicht ein heiliges Donnerwetter heimlenchtcn Dann ist zu erwähnen der Gerichtssekretär Richard:, ein Mann, der sonst kein Interesse in irgend einer Beziehung beanspruchen kann, durch den aber der Bauunternehmer Lewandowski auf den unglücklichen Jacoby-Tuchel gehetzt worden ist. Ich kann die Details nur in großen Zügen mittheileu, sie werden Ihnen ja zum Tyeil bekannt sein. Der Kaufmann Jacoby, ein allerseits, insbesondere auch bei zahlreichen christlichen Kaufleuten, die seine Geschäftshandhabuug kennen, überaus geachteter Mann mit einem vorzüglichen Leumund, wie ihn keiner der antisemitischen Agitatoren aufweisen könnte, beklagt sich bei der Polizeibehörde, daß er von vier halbwüchsigen Burschen mit Hep-Hep- Rufen verfolgt werde; er stellt keinen Strafantrag, weil ihm an der Bestrafung dieser Burschen nichts liegt, sondern sucht nur Schuh gegen