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Im deutschen Reich · 1901-11-01 · Heft 11 (November 1901) · p. 589

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 11 (November 1901)
Article
Konitz
Date
1901-11-01
Page
589 (sequence 19)
Language
German
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Koniy. 589 Darm der Schächtschnitt. Wie es damit steht, habe ich mir gestartet. Ihnen vorzuführen. Die Blutleere, insoweit sie vorhanden war, erklärt sich vorliegend einmal daraus, daß das Blut bei plötzlichem Tode noch dünnflüssig bleibt, wie das Danzigcr Medizinal-Collegium sagt, also abfließen konnte; sodann dadurch, daß die Leiche eine lange Zeit im Wasser gelegen hat, und, wie von den Medicmern erklärt wird, in solchen Fällen das Blut norhrvendiger Weise ausgewaschen fein muß; außerdem war zum Thcil thatjächlich eine Blmlecre garnicht vorhanden, denn die Lunge zeigte ja eine lleberfülle von Blut! Die Volksstimme! Das ist richtig, die war in diesem Falle dazu geschaffen worden, auf den Blutmord hinzuweisen! Dann: wenn verdächtige Juden freigelasscn worden waren, wurde der Mörder nie gefaßt. Das ist glaubhaft, und es ist sehr zu fürchten, daß es auch in diesem Falle so sein wird. Das ist ja eben das Unglück solcher antisemitischer Hetzen: dad'urch, daß man die Falschen verdächtigt, daß man die Untersuchung in die Bahnen lenkr. sich nur gegen Juden zu richten, dadurch findet eben der wirkliche Mörder Zeit, alle Spuren zu verwischen und sich selbst in Sicherheitzu bringen! Dann die Geständnisse der Juden! Darüber brauchen wir nicht zu reden; sie existieren eben nicht, oder kommen als erpresste nicht in Betracht. Fremde Juden am Drt! Das zu konstruieren, ist hier auch reichlich versucht worden; auch hier sind die fremden Juden überall, von allen Leuten und von überall her gesehen morden. In dieser Beziehung sind außerordentlich viele Behauptungen ausgestellt worden. Einmal ist generell erklärt worden: Zahlreiche fremde Juden sind dagewesen. Dann ist gesagt worden: Der Schächter aus Dobrzyn in Rußland ist mit zwei preußischen Schächtern an einem Tage in Könitz gewesen. Dann ist gemeldet worden: Der Rabbiner Kuschner aus Drambnrg war am Mord tage in Könitz. Thatjächlich ist der Mann Cautor und es ist fcstgestellt, daß er seit einem Jahre vor dem Morde nicht in Könitz war. Dann soll der Schlächter Eisenftädt an dem Mordtage in Könitz gewesen sein. Das ist richtig, der war aber im Konitzer Krankenhause, wie festgestellt worden ist; es ist darüber auch ein Streit gewesen, widersprechende gerichtliche Aussagen liegen vor, aber es ist schließlich gerichtlich festgestellt worden, daß der Mann an dem Tage und in der

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