Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 11 (November 1901)
- Article
- Konitz
- Date
- 1901-11-01
- Page
- 587 (sequence 17)
- Language
- German
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Jlonifc. 587 Werber des Söintcr einen Sch ächtschnitt zu machen beabsichtigten, jedoch b:n Schächtschuitt an verkehrter ©teile beibrachron." Das ist eine Logik! So sehen wir: Schächtschuitt, nicht Schächtschuitt — jedenfalls bleibt es ein Ritualmord, ein Blutmord und „der Jude wird verbrannt", nue der „Antisemit" Lessing seinen Patriarchen sogen läßt. Und nun beachten wir den an der Stelle der „Staatsbürger Zeitung", die ich nur zu verlesen gestattete, erwähnten Hinweis: (5cmuß ein Ritualmord sein, denn der Mord hat eine fabelhaste Aehnlichk'eit mit einer ganzen Reihe anderer Verbrechen wider das Leben: in dem nahen Sturz, in tem entfernten Xanten; es sind noch mehr analoge Fälle aufgezählt worden. Was Sturz zunächst betrifft — dort in ein christlicher Knabe (SibjIIa gemordet worden. Es ist sofort ein jüdischer — ich glaube Schlachter — also jedenfalls ein Jude'Ramens Josephsebn verdächtigt und wäre zweifellos verurtheilt worden, wenn nicht ein Berliner Kriminalkommissar die Zeugen zu dem Geständnitz gebracht hätte, hijj sie gelogen; nur dadurch entging Josepbsobn dem ihm drolanden Schicksal. Es wurde dann ein christlicher Schlächter verhaftet, vor Eerickt gestellt und von den dortigenGeschworenen beiStimmenglcichheit freigesvrochcn. Unmittelbar nach seiner Freisprechung ist der Mann nach Amerika ausgewandert und ist dort verschollen. Das ist der Meid, der als Analogon und als Beweis für einen jüdischen Blutmord vorgebracht wird'. Der Mord in Xanten wurde erwäbnt, wo auch ein Jude verdächtigt wurde, wo ein Jude vor Gericht gestellt und wo er freigesprochen wurde, und zwar, wie ausdrücklich sowohl von dem Staatsanwalt als auch in der Urtbeilsbegründung hervorgehoben wurde, weil seine volle Nichtschuld erwiesen war! Es wurde der Mord von Polna herangezogen, von dem ich schon vorhin erwähnte, daß er als Lustmord später festgcstellt worden ist. Es fand sich auch bereits ein neuer Mord bei Angermünde. Alan war auch da schon im Begriff, einen Ritualmord zu konstruieren. In Angermünde nmibe ein 13jähriger Knabe getödtet; der Mörder, ein I8jährigor Barbiergcbülie, hat sich selbst entleibt. Die antisemitischen Blätter fügen der Meldung von der Auffindung der Leiche euunal in Anführungsstrichen „Schachtschnitr" hinzu und ferner sagen s.e nicht „Leiche", sondern die ..völlig blutleere Leiche". Man sieht Mo. man war bereits am Werke, auch hier einen Ritualmord zu schaffen; es ging nur nicht.