Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 11 (November 1901)
- Article
- Konitz
- Date
- 1901-11-01
- Page
- 585 (sequence 15)
- Language
- German
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585 Konüz. Der Staatsbürger-Zeitungs-Herausgeber Bruhu schreibt von Berlin aus, bah die Juden ja bekanntlich furchtbar viel Geld haben und natürlich alles ausbieten, um die Ermittelungen dort zu erschweren, die Thatverhältnisse zu verdunkeln. Man solle deshalb, damit man gegenüber diesen durch ihre Geldmacht so ungeheuer * mächtigen Inden auch etwas leisten könne, 'Geld an ihn in das Bureau der Staatsbürger-Zeituna senden. Ich habe, ehe ich heute vor Sie getreten bin, mir sehr viele Akten ansehen müssen — eine wenig erfreuliche Arbeit — ich habe auch fast alle Rummern der Staatsbürger-Zeitung durchlesen müssen, die seit damals erschienen sind — eine Rechnungslegung über die Gelder habe ich darin nicht sindcn können. Gleichzeitig beklagt sich die Staatsbürger-Zeitung, in Anknüpfung an ibre Auseinandersetzungen über den Konitzer Mord, darüber, man könne sich garnicht wundern, daß die Juden selche Macht ausüben, daß die Christenkinder ihnen preisgegeben sind; denn die großen christlichen Geschäfte annoncierten ja in jüdischen Zeitungen und, wenn sie einmal in christlichen Zeitungen annoncierten, dann tbäten sie cs auch uoch nicht einmal in gcsinnnngstücbtigen Blättern. Also deshalb ist Winter gcrödtet worden, also abonniert aus die Staatsbürger-Zeitung, also gebt ihr die Inserate! Bruhn, der Herausgeber des Blattes, ist in ganz Westpreußen und den angrenzenden Theilen von Hintcrpommern nmbergereist, hat Borträge gehalten und hat sich als -geeigneten Parlaments-Kandidaten präsentiert. Dieser Mann wollte nämlich ins Abgeordnetenhaus und in den Reichstag gelangen und es ist meine ehrliche Meinung: so würdig, wie seinerzeit durch Ahlwardt, wie auch jetzt durch einicg seiner Gesinnungsgenossen, wäre die deutsche Ration schließlich auch noch durch Herrn Bruhn vertreten gewesen! Gleichzeitig hat Herr Bruhn dann immer Wärter aufgefordert, aus das einzig wahre Blatt, das in Deutschland erscheint, ldie Staatsbürger-Zeitung), zu abonnieren. Sie werden in allen diesen Praktiken bestätigt finden: das einzige Motiv, das diese Leute leitet, ist: Gelderwerb und wieder Gelderwerb. Zunächst also wurde mit dem Schächtschuitt operiert und frisch drauf losgclogen, es liege ein solcher vor. Es kam den Herren aber auch garnicht daraus an, ein anderes Mal eine ganz gleiche Schuld der Juden zu deducieren unter der Voraussetzung, daß kein Schächtschnitt vorliege. Es war schon früher im Masloss-Prozeß von dem Oberstaatssiaatsanwalt Lautz ausgesührt worden: ,,So glaube ich. daß der Versuch, die Juden von Könitz in irgend einer Weise mit rituellen