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Im deutschen Reich · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. 568

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
Albrecht Wirth [Rezension]
Date
1901-10-01
Page
568 (sequence 2)
Language
German
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568 gm deutschen Reich. die Eroberer Troja's den Germanen viel naher gestanden als den Hellenen, und dementsprechend Homer mehr ein germanischer Sänger gewesen sei — denn wer anders hätte denn auch so etwas machen können? Niemand wird die hohen Vorzüge der germanischen Nasse in Abrede stellen, die oft glänzende Epochen herausführten, oft freilich auch in langen, unrühmlichen Zeiträumen sich der Wahrnehmung entzogen, aber niemand wird behaupten, daß die anspruchsvolle lieber- Hebung über andere Rassen und Völker jemals zu diesen germanischen Vorzügen gehört habe; es ist dies lediglich eine Errungenschaft der Neuzeit. Die Vorzüge, welche so tausendfältig den Germanen nachgerühmt werden, sind selbstverständlich nicht in der großen Allgemeinheit verbreitet und, wie bei allen Rassen, auch hier nur bei wenigen ereellenten Vertretern ihres Volkes rein ausgeprägt; bei Gegenüberstellung von Vertretern eines andern Volksihums verspürt aber jeder von ihnen plötzlich in sich einen kolossalen Fonds von echter Kraft und Treue und Sinnigkeit des Gemüthes. Daher ist der Antisemitismus denen ein angenehmes Bedürfnis;, die nicht das Bewußtsein einer wirklicken Kraft m sich fühlen, sondern wie eckte Pharisäer erst durch Vergleichung mit fremden — wenn auch fälschlich vorausgesetzten — Schwächen sich erhaben dünken. Ein hübsches Beispiel dafür, wie dieses Selbstbewußtsein von Männern der Wissenschaft genährt wird, findet fick in dem in München anno 1901 erjchienenen Buche von Albrccht Wirt!) „Volkothum und Weltmacht in der Geschichte." Es wird darin in großen Zügen im Lapidarstil der Einfluß der verschiedenen Rassen auf die Welrkultur gewürdigt. Wirtb, der sich den Juden gegenüber, wenn auch nicht freundlich, so doch möglichst objektiv, teilweise sogar anerkennend äußert, stellt nickt in Abrede, daß der „Einfluß der Juden ans die Menschheit groß gewesen ist", iudeß „hätten sie den andern Nassen nur darum so viel gegeben, weil sie ihnen so viel entlehnt hätten". Wir möchten die Rasse kennen lernen, die nichts von andern entlehnt hätte; der arischen ging es darin nicht anders als der jüdischen, nur freilich mit dem Unterschiede, daß die arische es aus besonderer Liebenswürdigkeit that, die jüdische aber ans schmarotzerhafter Gesinnung?! Es ist: — „auf die weitgehende Ausnahme griechischen Geistes die Thatsache zurückzusühren, daß allein unter den orientalischen Nationen die Juden es verstanden haben, nicht nur die europäische Kultur sich anzueignen, sondern sich auch schöpferisch innerhalb derselben zu bethätigen." — Jndeß dürfte wohl die hellenistische Durchdringung nicht sehr intensiv gewesen sein; sicherlich hat auch der Hellenismus durch die Verbindung viel gewonnen und ist durch semitische Philosophie

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