Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Albrecht Wirth [Rezension]
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 567 (sequence 1)
- Language
- German
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Zücherschau Lllbrecht Wirth, Volksthum und Weltmacht in der Geschichte, München, Derlagsanstalt Fr. Bruckmann A. G. 1901. Die Angriffe auf das Iudenthum seitens theologischer oder philosophischer Schriftsteller, deren Unhaltbarkeit in diesen Blättern auch oft genug hervorgehoben wurde, hinterlassen im Bewußtsein des Volkes keine tieferen Spuren, höchstens daß als Ergebuiß derselben der künstlich konstruierte Gegensatz .zwischen dem Gott der Liebe und dem der Rache zu einem unverlierbaren geistigen Besitz des deutschen Voltes geworden ist. Anders und viel allgemeiner wirkt es, .wenn die Indensrage als notbwendiges historisches Ergebnis; der Rassengegensätze behandelt wird; die daraus entspringenden Lehren fallen sofort auf einen äußerst fruchtbaren Boden und erzeugen auf den Rieselfeldern des Antisemitismus eine übelriechende Vegetation. Bei dieser Untersuchung heben sich gewöhnlich die arischen Rassen hellschimmernd von dem dunklen Hintergründe der minderwerthigen semitischen Rassen ab. Nicht ausschließlich tendenziöse Entstellung ist hier am Werke, aber bei dem immensen Chauvinismus, der seit langem in Deutschland aus den verschiedensten Ursachen groß gezogen worden ist, wird von vornherein der Geschichtsforscher auf einen germauoeentrischen Standpunkt gedrängt, von dem aus er alle Gegenstände nur noch von den Strahlen der germanischen Sonne Leben und Licht empfangen sieht. Als der spanisch-amerikanische Krieg mit der Niederlage der Spanier endete, las mau in der Nationalzeitung mehrere Leitartikel, in denen scharfsinnig bewiesen wurde, daß die romanischen Rassen bald ausgcwirthschaftet haben, die Germanen aber, denen die Zut'imft gehöre, ihre Erbschaft antreten würden. In dem Bestreben, die germanische Rasse als die Urheberin alles Großen hinzustellen, was auf Erden geschieht, spürt man mit Eifersucht dem Tropfen germanischen Blutes in den Adern berühmter Ausländer nach. Vor mehreren Jahren gelang es auch einem Philologen, der die Abstammung der antiken Völkerstämme Kleinasiens untersuchte, nachzuweisen, daß