Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 7 (1901)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1901)
- Article
- Albrecht Wirth [Rezension]
- Date
- 1901-10-01
- Page
- 569 (sequence 3)
- Language
- German
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Büchcrschau. 569 vertieft worden. Uebrigens scheint die wunderbar schnelle Assimilation des europäischen Geisteslebens seitens der Juden, ein hochinteressantes Phänomen, das leider noch keinen Geschichteschreiber gesunden hat, eher auf der zähen, geistigen Urkraft der Juden zu beruhen, die auch durch jahrhundcrtlange Unterdrückung nicht abgestumpft wurde, als auf den insensiblen Wirkungen jener hellenistischen Epoche. „Da aber", heißt es weiter, „die Semiten gering veranlagt sind, dazu Romadenblut in den Adern haben rc., so haben sie es nie zu einem Rationalstaate gebracht, und zu bauender Eigenbildung unfähig, haben sich die Semiten wie int Erwerbs-, so im Staatsleben meist an Fremde angesogen rc." Run es ist schon lange her, daß man den Juden die Anhänglichkeit an ihre Urheimath etwas gewaltsam ausgetrieben hat. Vor jener Zeit aber hatten sie kein Romadenblut in den Adern, sondern bauten fleißig ihren Acker und ihren Weinsteck und waren mir so innigem Ratur- »und Heimathsgesühl mit ihrer Scholle verknüpft wie nur je ein ostpreußischer oder westphälischer Bauer. Jetzt verknüpft sie nur ein rein geistigem aber festes Band, das Gesetz, das sie auch in den schwersten Zeiten über Wasser gehalten hat; ihre geringe politische Veranlagung widmen sie mit Recht nicht politischen Sonderbcstrebungen, sondern dem Wohle und der Größe des Staates, an den sie sich „sestgesogen" haben. Jetzt aber tritt der Arier auf den Schauplatz. Die ein lauter Streitruf, ein kurzer kräftiger Drommetentcn steht der erste Satz des Kapitels da: „Die begabteste Rasse der Erde sind die Arier." Und weiterhin: „Alle Arier gleichen dem sorglosen Siegfried, der heute als russiger Schmied den schweren Hammer schwingt, morgen ein Königreich erobert und übermorgen das Königreich wieder verschenkt, gewiß, sobald er nur will, ein anderes dafür gewinnen zu können." —- „Nicht der Besitz, das Schassen ist ihre ^der Arier) Lust; nicht die tbatcnlose Ruhe, sondern Unrast reizt sie und Kampf, denn was soll ihnen das Leben, wenn es nicht Rosenwangen und Schwerterklang, wenn es nicht Erleben brächte?" In solchen geräuschvollen Phrasen und hochtönenden Dithyramben wird eine Charatteriftik der arischen Nasse gegeben. Zum Glück spielt diese geniale Liederlichkeit der Arier nur in der künstlerischen Phantasie schwärmerischer Arier eine erhebliche Rolle; auf der rauben Weltbühne wäre sie der Rasse schlecht bekommen und hätte sie nie zum Erstarken kommen lassen. Weiter unten: „Ueberhaupt ist er wie streng gegen sich selbst und achtlos der Wunden — rücksichtslos gegen die Schwachen. Schroff gegen die Außenwelt, ist er dagegen voll hingebcnder Zartheit und aufopfernd m seiner Familie. Sein höchstes ist Herrschen, Herrschen im Reich