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Im deutschen Reich · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. 551

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
Berlin
Date
1901-10-01
Page
551 (sequence 3)
Language
German
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Korrespondenzen. 551 In den Räumen der „Staatsbürger-Zeitung" fand am 11. d. M. eine Haussuchung statt. Fünf Beamte durchsuchten die Raume vergeblich nach einem Manuskript in der Umfrage über die jüdischen Blutmorde. Die „Staatsbürger Zeitung." sieht sich u. a. genöthigt, nachstehende Berichtigung zu veröffentlichen: „Sie brachten vor einigen Tagen in Ihrer geschätzten Zeitung die Mitteilung, daß unsere Firma einen „höchst auffallenden Krach" erlitten habe. Diese Mittheilung ist unwahr. Wir haben uns freiwillig zur Liquidation unseres Geschäftes entschlossen, weil dasselbe in den letzten Jahren unrentabel war. Selbstverständlich werden alle Gläubiger der Firma auf Heller und Pfennig befriedigt. Die an Ihre Mittheilung geknüpften weiteren unwahren Behauptungen bedürfen hiernach keiner Widerlegung. Wir bitten Sie, auf Grund des $ 11 des Gesetzes, diese Berichtigung in Ihre'Zeitung aufzunehmen. Hochachtungsvoll. Gebrüder Bing, Spandauerstr. Ich 17." Der Schwiegersohn Ablwardts, der als früherer Inhaber des ..Deutschen Wirtbshauses" bekannte Antisemit Emil Bedeck, ist in der Privatirrenanstalt des Dr. Edel in Eharlottenburg untergebracht worden. Der „Vorwärts" knüpft an die Aeußcruug des Redakteurs der antisemitischen „Deutschen Volksmacht", Reut der in Offenbach, daß der monarchische Geist in Hessen nicht vorhanden lei." folgende Bemerkung: „Der Großherzog von Hessen bat eine e uge Unterredung mit dem socialdemokratischen Landtags-Abgeordneten Ullrich gehabt, um so eine unmittelbare Kenntniß socialdemokratischen Wesens und jocialdemokratischer Anschauungen zu gewinnen. Tie winzige Ausübung dieser selbstverständlichen Pflicht eines Landesfürsten hat den Monarchismus der hessischen Antisemiten ertödtet. Die deutschsociale Refermpartci liefert die eifrigsten Schreier der monarchischen Lovalität: keine Versammlung dieser Leute ohne lauten Tamtam monarchischer Bethcuerungen und schwülstige Telegramme au Landesfürsten. Jetzt ist zugestanden, daß dieser Monarchismus sich sofort-in erbitterte Mouarcheuschmähung verkehrt, sobald der Monarch der antisemitischen Gesellschaft nicht völlig zu Willen ist und sich nur die Freiheit nimmt, Politiker zu bereu, die den Antisemiten nicht gefallen!" Ueber die Verspottung des Judenthums in den Witzblättern schreiben die „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr bes Antisemitismus": „Es ist die Gepflogenheit einiger Witzblätter,

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