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Im deutschen Reich · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. 533

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
Geschichtliche Erinnerungen aus Pernambuco
Date
1901-10-01
Page
533 (sequence 5)
Language
German
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Die Juden. 533 und erließen eine.Verordnung, welche den Juden befahl, ihren Gottesdienst nur im Innern ihrer Häuser, bei verschlossenen Thüren und so geheim abzuhalten, daß sie weder gehört würden noch Aussehen erregten. In der großen Anzahl portugiesischer Juden firmen wir u. A. folgende Namen: Balthazar da Fonseca, Ingenieur, der mit der Konstruktion, der Brücke von Recife betraut wurde; Jsaac Carvalho, welcher den holländischen Obrisien Nicolaes Oudendarp als Dolmetscher begleitete und beauftragt wurde, die Kapitulationsbedingungen der Feste Nazareth sestzusetzen; Duarte Saraiva, reicher Besitzer, wohnhaft in Recife; Jacob Valverde, Mouse Neto, Gabriel Caftanha, Gaspar Francisco da Costa, Abrahao de Azevedo, Mouse Navarro, Fernao Martins, David Brandao und Jacob Fundao, Cigenrhümer von Gebäuden, . die sie in Recife, insbesondere in der Judenftraße und auf dem Judenplatz, neu bauen oder wieder Herstellen ließen. Schließlich ist noch unter ihnen ein Dr. Jacob de Andrade Vellazino heroorzuheben. Dieser, in Pernambuco geboren, studierte in Holland Medizin und erwarb einen großen Ruf nicht nur durch, seine Tüchtigkeit als Arzt, sondern auch als Litterat, so daß seine Schriften bis aus den heutigen Tag bekannt sind. Es muß sedoch bemerkt werden, daß die oben erwähnten, von den Holländern anbesohlenen Einschränkungen in der Ausübung des jüdischen Kultus erst nach der Regierungszeit des Grasen Moritz von Nassau auserlegt wurden. Dieser selbst beließ den Israeliten, trotz der Verfolgung, welche die Katholiken gegen sie inscenierten, stets die weitgehendste Glaubensfreiheit. Die Juden konnten sich öffentlich in den Synagogen versammeln und in ihnen alle Gebrauche ihrer Religion ausüben. Noch mehr sogar, Moritz von Nassau bestimmte, daß diejenigen Juden, welche im Heere Dienste genommen hatten, in Anbetracht ihrer Glaubensvorschriftcn von den Wachen an Sabbathen befreit sein sollten. Nichtsdestoweniger ordnete er an, daß man den Juden zu verstehen geben sollte, ihren eingewurzelten Glauben an die unverkürzte Beobachtung der Gesetze Moses* aufzugeben, „— indem man sie zu der Verehrung und dem Glauben an Jesus Christus, den Sohn Maria's, als den versprochenen und erschienenen Messias überreden sollte, —" eine Mission, mit der er die holländischen calvinistischen Geistlichen betraute. Ueber den stummen Krieg, den die Katholiken gegen die Juden führten, besitzen wir eine interessante Petition, welche von der Kammer von Olinda*) am 5. Dezember 1637 an die Behörden *) Heute Vorort von Pernambuco, früher Hauptstadt der Provinz.

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