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Im deutschen Reich · 1901-10-01 · Heft 10 (Oktober 1901) · p. 534

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
7 (1901)
Issue
Heft 10 (Oktober 1901)
Article
Geschichtliche Erinnerungen aus Pernambuco
Date
1901-10-01
Page
534 (sequence 6)
Language
German
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534 Im deutschen Reich. nach Holland gerichtet wurde und sich gegen den Zuzug von Juden wendet, und folgenden Wortlaut hat: — „Die christliche Bevölkerung dieses eroberten Landes richtet an Ew. Excellenz eine Klage, damit mit der Zeit Abhülfe geschaffen werde. Dieses Land füllt sich mit Juden an, die mit jedem Schiffe aus jenem Staate zu dem unsrigen herüberkommen. Da dieses Volk allen Nationen der Welt so verhaßt ist, da sie Feinde Christi, unseres Heilands sind, und daher keine Freundschaft verdienen, bitten wir Ew. Excellenz, daß diese Eroberung für solch' schlechte Einwohner verboten werde, zumal weder die Eingeborenen aus ihrem Handel, Verkauf und Schacher einen Nutzen ziehen, da sie Leure sind, die zu Betrug und Bankerott neigen, noch auch die Holländer durch sie ihre Konditionen in diesem Erdtheile verbessern. Sollte es jedoch Ew. Excellenz nicht rathsam erscheinen, den Juden die Ueberfahrt nach diesem Staate zu verbieten, so bitten wir, wenigstens anzuordnen, daß sie hier nicht größere Freiheiten haben mögen als in Holland, noch daß ihnen gestattet sein möge, offene Verkaufshäuser und andere Vorrechte, die ihnen in Holland nicht zugestanden werden, zu besitzen, und daß sie nur den Aufenthalt haben sollen, der ihnen auch dort (in Holland) gestattet ist." — Im Jahre 1640 bat auch die Kammer von Parahyba, vertreten durch ihre Deputierten, auf dem gesetzmäßigen Kongreß, den der Graf v. Nassau in Necise zusammenberufen hatte, um Austreibung der Israeliten. Moritz von Nassau jedoch, treu seinem Negierungsprogramm, gestattete nicht die geringste Verfolgung der Juden. Hierdurch gewann er in dem Grade ihre Sympathie, daß sie, als sein Entschluß, die Verwaltung der Kolonie niederzulegen, in Pernambuco bekannt wurde, ihm ein jährliches Geschenk von 3000 Florins anboten, falls er auf seinem Posten weiter verharrte. Als die Juden, nach dem Weggange Nassau's, sich von der Regierung weniger begünstigt und ohne mächtigen Beschützer in ihren Interessen bedroht sahen, begannen sie nach Holland und anderen Ländern auszuwandern. Mit sich nahmen sie die großen Reichthümer, welche sie im Handel und in jeder Art nutzbringender Beschäftignng aufgehäuft hatten, und der unmittelbare Mangel an baarem Gelde, der sich bald darauf fühlbar machte, führte zu einer bedeutenden Krisis in den wirthschaftlichen Verhältnissen der Kolonie. Ein großer Theil dieser Juden, unter denen sich viele Kaufleute und Inhaber beträchtlicher Geldmittel befanden, lösten ihre Geschäfte auf und wanderten nach den Guyannas aus, wo sie, unter der Leitung eines gewissen David Nassy, eine niederländische

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